Drogenbericht – Mehr Drogen, aber so wenig Tote wie nie

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DrogenberichtMehr Drogen, aber so wenig Tote wie nie

LUXEMBURG – Während die Zahl der Drogentoten in Luxemburg weiter zurückgeht, sind mehr Drogen im Umlauf. Trotz verschärftem Vorgehen der Justiz blüht der Markt.

Kokain ist als Gesellschaftsdroge auch in Luxemburg auf dem Vormarsch.

Kokain ist als Gesellschaftsdroge auch in Luxemburg auf dem Vormarsch.

DPA

Die gute Nachricht zuerst: Die Anzahl der Drogentoten in Luxemburg ist rückläufig und steuert 2011 auf ein Rekordtief zu. Auf 100 000 Einwohner berechnet wurden im Jahr 2000 noch 5,9 Drogentote registriert, 2007 waren es 5,67 und 2010 nur noch 3,5.

Einen wertvollen Beitrag dazu leistet das Drogenhilfezentrum in Luxemburg, in dem 2010 über 1 000 Überdosisfälle behandelt und zu einem glücklichen Ausgang geführt werden konnten. Somit wurden weitere Todesfälle verhindert.

Mehr Drogen im Umlauf

Die weiteren Tendenzen des Drogenberichts der Regierung sind aber eher beunruhigend: Im Vergleich zum Jahr 1994 hat sich die Menge an beschlagnahmten Cannabis fast vervierfacht. Vor 17 Jahren wurden 167 Fälle festgestellt, 2010 waren es 947.

Dies deutet nicht unbedingt auf erfolgreiche Polizeimaßnahmen hin, sondern zeugt vor allem von einer größeren Menge an Drogen, die im Umlauf sind. Diese Tendenz gilt auch für Kokain und Heroin. Während 2000 noch 1 758 Personen mit dem luxemburgischen Betäubungsmittelgesetz in Konflikt gerieten, waren es im vergangenen Jahr schon 2 530.

Luxemburg als Drogenumschlagsplatz

Eine weitere schlechte Nachricht: Der Drogenmarkt hat sich den veränderten repressiven Umständen angepasst und wirkt immer erfolgreicher auf dem großherzoglichen Markt. Nach Polizeiangaben gaben 2006 noch 12 Prozent der Nutzer an, sich auf dem heimischen Markt zu versorgen. 2010 waren es mehr als dreimal so viele, nämlich 40 Prozent.

Gleichzeitig hat die Regierung ihre Bemühungen im Kampf gegen Drogen verstärkt: Der Haushaltsposten des luxemburgischen Gesundheitsministerium für die Drogenbekämpfung betrug 1999 noch 1,2 Millionen Euro, 2010 ist dieser auf 8,6 Millionen angewachsen.

(cm/L'essentiel Online)

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