Multimedia-Trends 2012 – Mehr Tablets, billigere Handys und Landes-Apps
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Multimedia-Trends 2012Mehr Tablets, billigere Handys und Landes-Apps

LUXEMBURG - Das digitale Jahr 2011 war reich an neuen Produkten, Konkurrenzkämpfen und Patentstreiten. Doch wie wird 2012? «L'essentiel Online» hat sich umgehört.

Im vergangenen Jahr hat Apple mit seinem Tablet-PC iPad die Branche aufgemischt; auch das neue iPhone 4S brachte dem US-Konzern wieder seine Spitzenposition beim Smartphone-Verkauf. Doch wie wird sich die Medien- und Telekommunikationsindustrie in diesem Jahr entwickeln? Und welche Trends lassen sich bereits jetzt in Luxemburg vorhersagen? «L'essentiel Online» hat sich umgehört.

Der Sektor Smartphones und Tablets werde in diesem Jahr Rekordverkaufszahlen erreichen, sind die Analysten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte überzeugt. Vor kurzem haben sie ihren traditionellen Bericht mit Prognosen für die Technologie-, Medien- und Telekommunikationsindustrie (TMT) 2012 herausgebracht. «Die Entwicklungen, die wir weltweit vorgesehen haben, treffen noch mehr für Luxemburg zu», erzählt Georges Kioes, zuständig für Industrie, Kommerz und öffentlichen Dienst bei Deloitte Luxemburg, auf Anfrage von L'essentiel Online.

Mit seinen Kollegen aus anderen Ländern hat er für den TMT-Bericht mit unterschiedlichen Produzenten gesprochen und ihre Einschätzungen studiert. «Der Markt in Luxemburg ist reif und klein. Die Leute geben hier für Elektronikartikel viel Geld aus», sagt Georges Kioes. So würden elektronische Verbrauchsgüter in diesem Jahr einen immer größeren Stellenwert im Großherzogtum gewinnen, ist der Experte überzeugt: «Unter Umständen opfert manch ein Verbraucher sogar seinen Urlaub für den Kauf eines neuen Computers und eines neuen Fernsehers.»

Mehrere Tablets in einem Haushalt

Auch bei der Anschaffung der Tablets lässt sich dieser Trend beobachten: Immer mehr Haushalte, auch in Luxemburg, besitzen mehrere Tablets. Jedoch würden die neuen tragbaren Computer nicht als Ersatz für die herkömmlichen Laptops benutzt, ist Christian Hauser, Direktor von «Electro-Hauser», überzeugt. Die Firma mit Sitz in Luxemburg-Gasperich hat sich auf IT-Lösungen und audiovisuelle Kommunikation spezialisiert. «Viele benutzen Tablets, um einfach im Internet zu surfen oder ihre E-Mails zu lesen. Fürs Arbeiten zum Beispiel werden sie eher seltener verwendet», so Christian Hauser weiter.

Nach Angaben der Deloitte-Experten werden in diesem Jahr fünf Millionen Tablets verkauft, was zu einem Umsatz von bis zu 1,55 Milliarden Euro führen wird.

Smartphones für weniger Geld

Aber nicht nur Tablets werden in diesem Jahr ihre Verkaufszahlen erheblich steigern, auch der Smartphone-Boom wird Handy-Herstellern weiterhin glänzende Geschäfte bescheren. In diesem Jahr würden verstärkt billigere 77-Euro-Smartphones verstärkt nachgefragt, sagt Georges Kioes von Deloitte. Zum Jahresende 2012 werden mindestens 500 Millionen dieser Handys im Umlauf sein.

Der schwächere Prozessor, weniger Speicherplatz, langsamere Internet-Verbindung und Kameras mit geringer Auflösung: Die Benutzer würden für einen geringen Preis gerne eine weniger umfassende Ausstattung der Geräte in Kauf nehmen, so der Deloitte-Analyst Kioes. Wegen des günstigen Preises könnten diese Smartphones zudem zu einem perfekten Einstiegshandy für Jugendliche werden.

Stößt Sony in Apple-Markt 2012 vor?

Auch Apps werden immer beliebter: Nach Einschätzungen der Experten wird sich deren Anzahl weltweit bis Ende 2012 im Vergleich zu 2011 verdoppeln und über zwei Millionen Stück betragen. Steigen werde vor allem die Nachfrage nach Apps in Landessprachen und mit lokalen Inhalten, stellen Spezialisten fest.

Dass auch Sony den Tablet- und Smartphone-Markt 2012 aufmischen und eine Konkurrenz zu den bereits etablierten Spitzenreitern bilden könnte, stellt Christian Hauser klar: «Der Konzern hat in den letzten Jahren viele Trends verschlafen. Sie setzen jetzt alle Hebel in Bewegung, um voranzukommen», sagt der Experte, der auch ein Sony-Center in Luxemburg betreibt.

Irina Figut/L'essentiel Online

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