In Luxemburg – Mehr Transparenz bei Steuerrulings

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In LuxemburgMehr Transparenz bei Steuerrulings

LUXEMBURG – Seit dem LuxLeaks-Skandal werden Steuervorbescheide genau beobachtet. Ihre Anzahl ist laut einer Studie der NGO Eurodad trotzdem rasant angestiegen.

Luxemburg will sein Image als Steuerparadies los werden.

Luxemburg will sein Image als Steuerparadies los werden.

DPA

Zwischen 2013 und 2015 ist die Steueroptimierung in der Europäischen Union (EU) stetig gewachsen. Dies verkündigte eine gestern veröffentlichte Studie der NGO Eurodad. 2013 gab es 547 «Gefälligkeitsabkommen», im Jahr darauf waren es schon 972. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl auf 1444 an. Luxemburg alleine hatte letztes Jahr 519 dieser Abkommen getroffen, so die NGO.

Diese Zahl stimmt allerdings nicht mit der überein, die man im Tätigkeitsbericht der Verwaltung für direkte Steuern findet. Dort stehen 358 Steuer-Rulings der neuen Regelungen (nach dem 1. Januar 2015) und 241 nach den alten Regelungen (vor dem 1. Januar 2015).

Glaubwürdig?

Das Finanzministerium «bereut, dass die Klischees betreffend Rulings und Luxemburg erhalten bleiben, ohne die legislative Arbeit zu berücksichtigen, die ab 2017 für mehr Transparenz und einen automatischen Austausch zwischen EU-Mitgliedsländern sorgen wird».

Doch diese Sätze sind schwer zu verdauen, zu einer Zeit wo das Großherzogtum einem Fußballer erlaubt hat, dem Fiskus zu entkommen. In Luxemburg gibt es sehr viele Spezialisten für «Steueroptimierung».

«Neue internationale Regeln, zu denen das Land sehr viel beiträgt, werden derzeit geschaffen», sagt der Finanzminister. Die Mechanismen, die einige der Missbräuche erlauben, sollten dann nicht mehr funktionieren.

(Patrick Théry/L'essentiel)

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