In Luxemburg – Mehrsprachigkeit in Kitas wird heiß diskutiert

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In LuxemburgMehrsprachigkeit in Kitas wird heiß diskutiert

LUXEMBURG – Das im Oktober eingeführte mehrsprachige Bildungsprogramm soll nicht überall gleich gut ankommen. Bildungsminister Claude Meisch nimmt Stellung.

Seit Oktober 2017 werden Kinder in den «Crèches» auf Luxemburgisch und auf Französisch betreut.

Seit Oktober 2017 werden Kinder in den «Crèches» auf Luxemburgisch und auf Französisch betreut.

Isabella Finzi

Im Oktober wurde die mehrsprachige Kinderbetreuung für Ein- bis Vierjährige in Luxemburg eingeführt. Nun sollen einige Stimmen laut geworden sein, welche sich gegen das Programm in den Kindertagesstätten richten.

Die CSV-Abgeordnete Françoise Hetto-Gaasch äußert sich dazu folgendermaßen: «In der Meinung, dass ihre Kinder bereits ausreichend mit Sprachen vertraut sind, weigern sich einige Eltern, ihrem Kind die luxemburgische Sprache näher zu bringen. Aus diesem Grund bitten einige Eltern die Mitarbeiter ihr Kind von den Aktivitäten, welche in luxemburgischer Sprache gehalten werden, auszuschließen.»

«Minister zeigt weiterhin Entschlossenheit»

Auf Anfrage sagte Bildungsminister Claude Meisch, dass die entsprechenden Dienststellen über solche Fälle nicht informiert seien. Ganz im Gegenteil, er erklärt, dass er in den letzten Monaten «sehr positive Rückmeldungen» zur mehrsprachigen Erziehung erhalten habe.

Gleichzeitig räumt der Minister ein, dass es möglich sei, dass einige Eltern eine Kinderkrippe auffordern, die Kinder nicht mehrsprachig zu betreuen oder den Wunsch äußern – «aus welchem Grund auch immer»–, dass ihr Kind die luxemburgische Sprache nicht erlernen soll.

Das Gesetz sieht vor, dass jedes Kind im Alter von ein bis vier Jahren Anspruch auf 20 Stunden pro Woche kostenfreien Unterricht für mehrsprachige Bildung in einer Einrichtung, welche so genannte Betreuungsgutscheine anbietet, hat. Weder Eltern, die den Kinderbetreuungsgutschein in Anspruch nehmen, noch eine Kinderkrippe, die den Kinderbetreuungsgutschein zur Verfügung stellt, können sich dagegen entscheiden.

(L'essentiel)

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