Gehälter in Luxemburg – Meine Damen, ab morgen arbeiten Sie für lau!

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Gehälter in LuxemburgMeine Damen, ab morgen arbeiten Sie für lau!

LUXEMBURG – Frauen erhalten für gleiche Arbeit weniger Gehalt als Männer. Auch in Luxemburg gibt es noch immer erhebliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern.

Frauen erhalten weniger Gehat als Männer bei gleicher Arbeit.

Frauen erhalten weniger Gehat als Männer bei gleicher Arbeit.

Frauen verdienen in Luxemburg für gleiche Arbeit 8,6 Prozent weniger als Männer. Das geht aus Berechnungen der Europäischen Kommission hervor. Dieser Unterschied ist ungefähr das Gehalt für 31 Tage*. Man könnte also sagen, dass Frauen den ganzen Monat Dezember unentgeltlich arbeiten. Jedoch kann sich das weibliche Geschlecht in Luxemburg noch «glücklich» schätzen in einem der am wenigsten chauvinistischen EU-Mitglieder zu arbeiten, was die Gehälter anbelangt. Nur in Slowenien, Malta, Polen, Italien und Ungarn ist der Gehaltsunterschied zwischen Frauen und Männern geringer.

Im Durchschnitt liegt der Gehaltsunterschied in Europa bei 16,3 Prozent beziehungsweise 59 Tagen. Die europäische Frau wird durchschnittlich seit dem 2. November für ihre Arbeit nicht mehr bezahlt. Die Französinnen leisten 55 Tage im Jahr Gratis-Arbeit, die Belgierinnen 35. Deutschland gehört in dieser Statistik nicht gerade zu den Klassenbesten. Neben der Tschechischen Republik, Österreich und Estland ist Deutschland eines der Länder wo der Gehaltsunterschied über 20 Prozent, respektive 73 Tage, liegt. Unangefochten Spitzenreiter ist Estland. Hier verdienen Frauen 29,9 Prozent weniger als Männer. Dies entspricht 109 Tagen.

Gesamtunterschied noch viel größer

Zu betonen ist, dass es sich hierbei um die Unterschiede zwischen den Gehälter von Frau und Mann für gleiche Arbeit handelt. Der gesamte Gehaltsunterschied zwischen den beiden Geschlechtern liegt in der Europäischen Union bei 41,1 Prozent. In Luxemburg sind es 38,4 Prozent. Der Unterschied lässt sich dadurch erklären, dass Frauen oftmals zwischen Berufs- und Familienleben hin- und her gerissen sind. Somit bleibt ihnen der Weg zu Arbeitsplätzen mit höherem Einkommen häufig verbaut.

(Marion Chevrier/L'essentiel)

(*) Die Studie geht in ihrer Hypothese davon aus, dass Frauen und Männer 365 Tage im Jahr arbeiten.

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