Tierexperte – «Meistens ist es die Schuld des Hundebesitzers»

Publiziert

Tierexperte«Meistens ist es die Schuld des Hundebesitzers»

LUXEMBURG – Hunde, die Menschen angreifen, gibt es in Luxemburg selten. Die Regeln für Hundehalter sind per Gesetz definiert.

Hundehalter müssen sich in Luxemburg an gesetzlich definierte Regeln halten.

Hundehalter müssen sich in Luxemburg an gesetzlich definierte Regeln halten.

Am Samstag musste ein zehnjähriger Junge im Krankenhaus behandelt werden, nachdem er in Diekirch von einem Hund gebissen worden war, den er streicheln wollte. «So etwas passiert selten», beruhigt Dr. Felix Wildschutz, Leiter der luxemburgischen Veterinärverwaltung. «Häufiger kommt es vor, dass Hunde kämpfen, wenn sie sich über den Weg laufen und ihre Besitzer gebissen werden, wenn sie versuchen, zwischen die Tieren zu gehen», so Dr. Wildschutz weiter.

Dr. Wildschutz' Abteilung ist unter anderem dafür zuständig, Hunde zu bewerten, die von Nachbarn als gefährlich gemeldet werden. Das sei in den letzten fünf Jahren etwa 30 Mal vorgekommen. In 99 Prozent der Fälle werde der Besitzer ermahnt, seinen Hund unter Kontrolle zu halten. Wenn der Prüfer der Meinung sei, dass der Hund eine Gefahr darstelle, werde ein Training oder ein Maulkorb angeordnet. Als letztes Mittel würde ein Hund eingeschläfert werden, dazu sei es im Großherzogtum allerdings noch nie gekommen. Den Hund oder vor allem Besitzer oder Besitzerin besser zu erziehen, sei meistens möglich.

«Meistens ist es die Schuld des Besitzers», sagt Dr. Wildschutz. «Manche kümmern sich um nichts und gehen davon aus, dass die Versicherung für den Schaden aufkommen wird. Sowas gibt es.» Ein Gesetz von 2008 schreibt vor, dass alle Hunde bei den städtischen Behörden angemeldet werden müssen. Außerdem muss das Tier in bebauten Gebieten und beim Transport an der Leine geführt werden. Und wenn sein Herrchen oder Frauchen es auf dem Feld oder im Wald laufen lassen will, muss er es jederzeit unter Kontrolle haben. Das Gesetz definiert vier Rassen als gefährlich (Staffordshire Bullterrier, Mastiff, American Staffordshire und Tosa) und schreibt ein mindestens zwölfstündiges Training mit einem Test vor.

(jw/L'essentiel)

Deine Meinung