Waldbrände am Mittelmeer – Menschen flüchten vor den Flammen an die Strände

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Waldbrände am MittelmeerMenschen flüchten vor den Flammen an die Strände

Im türkischen Bodrum fliehen Hotelgäste panisch an die Küste. Auch in Sizilien müssen 150 Menschen über das Meer in Sicherheit gebracht werden.

Die Waldbrände am Mittelmeer nehmen ein bedrohliches Ausmaß an. Ein Überblick über die Situation am Samstag:

Türkei

In der Türkei stieg die Zahl der Todesopfer am Samstag auf sechs. Nahe der Mittelmeerküste seien zwei Waldarbeiter ums Leben gekommen, sagte Gesundheitsminister Fahrettin Koca. In der Stadt Manavgat würden noch zehn Menschen in Krankenhäusern behandelt. Dort seien wegen der Brände 400 Personen in Krankenhäusern behandelt worden.

Türkische Medien berichteten, in Bodrum an der Ägäis seien Hotelgäste aufgefordert worden, ihre Unterkünfte zu räumen. Diese seien in Panik an die Küste geeilt. Die Behörden hätten Privatboote und Jachten aufgerufen, bei der Evakuierung über das Meer zu helfen. Videos zeigten dichten Rauch und Feuer über einem Berg nahe der Küste. Ein überwältigter Helfer sagte: «Das ist unglaublich, einfach unglaublich. Wie kann dieses Feuer in fünf Minuten so schnell hierherkommen?» Die russische Nachrichtenagentur Sputnik berichtete, mehr als 100 russische Touristinnen und Touristen seien aus Bodrum evakuiert und in anderen Hotels untergebracht worden.

Präsident Recep Tayyip Erdogan nahm die Gegend vom Helikopter aus in Augenschein. Die Zahl der Löschflugzeuge sei von sechs auf 13 erhöht worden, darunter Maschinen aus der Ukraine, Russland, Aserbaidschan und dem Iran, sagte er. Tausende Einsatzkräfte kämpften gegen die Flammen unter anderem mit Hubschraubern und Drohnen.

In Manavgat versprach Erdogan, die Regierung werde die Mieten der von den Bränden geschädigten Menschen bezahlen. Steuern, Sozialabgaben und Kreditkosten würden gestundet. Geschäftsleute sollen zinslose Kredite erhalten.

Die Brände in der Türkei lodern seit Mittwoch, haben Wälder niedergebrannt und auf Dörfer und Touristenorte übergegriffen. Fünf Gebiete wurden zu Katastrophenzonen erklärt. Forstminister Bekir Pakdemirli sagte, 91 von 101 Bränden seien unter Kontrolle. In der Provinz Hatay im Süden brachen neue Feuer aus, konnten aber offenbar unter Kontrolle gebracht werden.

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Sizilien

Auf Sizilien wurden mehr als ein Dutzend Brände vom heißen Wind noch zusätzlich angefacht. In Catania wurden etwa 150 Menschen von den Flammen an der Küste eingeschlossen. Sie mussten mit Schlauchbooten zu Schiffen der Küstenwache gebracht werden. Der Flughafen der Stadt wurde zeitweise gesperrt, damit er von Löschflugzeugen und Helikoptern genutzt werden konnte.

Gouverneur Nello Musumeci sagte, in einigen Fällen seien die Brände gelegt worden. Dafür sollte es künftig lebenslange Haft geben. Der Zivilschutz erklärte, von den in diesem Jahr eingegangenen 558 Bitten um Hilfe beim Kampf gegen Waldbrände sei allein ein Drittel in der vergangenen Woche gestellt worden.

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Griechenland

Auch in Griechenland mussten die Behörden private Bootsbesitzer um Hilfe bei Evakuierungen bitten. Ein bei Patras im Gebirge ausgebrochenes Feuer sei blitzschnell die Abhänge hinuntergerast, sagte Zivilschutzminister Michalis Chrysochoidis.

Zwei Dörfer an der Küste und zwei im Gebirge hätten geräumt werden müssen. Ein Löschboot habe geholfen, Strandurlauberinnen und -urlauber zu retten. Insgesamt seien binnen 24 Stunden 56 Waldbrände ausgebrochen.

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Sardinien und Albanien

Auch in Albanien und auf der Insel Sardinien wüten Brände. Im südlichen Balkan-Staat sind in den vergangenen Tagen Temperaturen von über 40 Grad auf trockene Böden und Gebüsche gestoßen. Die Lage auf Sardinien war Anfang Woche so bedrohlich, dass die EU Löschflugzeuge und weitere Unterstützung mobilisierte.

(L'essentiel/DPA/kle)

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