Gummi-Flaute – Menschen haben seit Corona weniger Sex mit Kondom
Publiziert

Gummi-FlauteMenschen haben seit Corona weniger Sex mit Kondom

Gummis sind in Pandemie-Zeiten zum Ladenhüter geworden. Der weltgrößte Hersteller Karex verzeichnet seit Ausbruch der Krise einen Nachfrage-Einbruch von 40 Prozent.

1 / 8
Kondome sind seit Ausbruch der Corona-Krise weniger gefragt.

Kondome sind seit Ausbruch der Corona-Krise weniger gefragt.

Getty Images/iStockphoto
Der weltgrößte Kondom-Produzent Karex mit Sitz in Malaysia verzeichnete  über die vergangenen zwei Jahre hinweg einen Rückgang der Nachfrage um 40 Prozent.

Der weltgrößte Kondom-Produzent Karex mit Sitz in Malaysia verzeichnete über die vergangenen zwei Jahre hinweg einen Rückgang der Nachfrage um 40 Prozent.

REUTERS
Das sagt Firmen-Chef Goh Miah Kiat laut der «Süddeutsche Zeitung» in einem Interview mit der japanischen Zeitung «Nikkei».

Das sagt Firmen-Chef Goh Miah Kiat laut der «Süddeutsche Zeitung» in einem Interview mit der japanischen Zeitung «Nikkei».

REUTERS

Lockdowns, Quarantänen, Homeoffice – während der Pandemie blieben viele Menschen zuhause. Aus Langeweile und weniger gesellschaftlicher Ablenkung hatten daher viele mehr Sex – könnte man meinen. Auch Kondom-Hersteller rechneten bei den ersten Lockdowns mit einem Anstieg der Nachfrage nach Gummis. Doch es kam anders.

Der weltgrößte Kondom-Produzent Karex mit Sitz in Malaysia verzeichnete über die vergangenen zwei Jahre hinweg einen Rückgang der Nachfrage um 40 Prozent, wie Firmen-Chef Goh Miah Kiat laut der «Süddeutsche Zeitung» in einem Interview mit der japanischen Zeitung «Nikkei» sagte.

Geschlossene Hotels

Ein Grund für den Rückgang ist, dass es in dieser Zeit für viele Menschen auf der Suche nach Sex schwierig war, einen intimen Rückzugsort zu finden. Hotels und Pensionen waren etwa teils geschlossen. Laut dem Karex-Chef ziehen sich gerade in dichtbevölkerten Regionen der Welt viele Menschen für Sex gerne ins Hotel zurück.

Sex gegen Bezahlung gab es in der Pandemie ebenfalls weniger. Im Rotlichtmilieu brauche man normalerweise überdurchschnittlich viele Kondome, sagt Goh. Zur Gummi-Flaute beigetragen haben zudem die Regierungen. Staatliche Hilfsorganisationen, Beratungsstellen und Frauenkliniken verteilen einen Großteil der Kondome, diese waren aber oft geschlossen.

Karex setzt wegen des Nachfrage-Einbruchs nun gar auf ein neues Standbein. Demnächst eröffnet der Hersteller eine Fabrik für Einweghandschuhe. Diese seien in der Pandemie sehr gefragt, so Goh. Allerdings wachse der Kondombedarf wieder aufgrund der weltweiten Corona-Lockerungen.

Der Kondom-Hersteller stellt jeden fünften Gummi der Welt her. In normalen Zeiten sind das mehr als fünf Milliarden pro Jahr. Karex verkauft Kondome in 140 Ländern und an andere Marken wie Durex, Carex und One.

(L'essentiel/Dominic Benz)

Deine Meinung