In Luxemburg – Menschen mit Behinderung am meisten diskriminiert

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In LuxemburgMenschen mit Behinderung am meisten diskriminiert

LUXEMBURG – Das Zentrum für Gleichbehandlung CET hat das vergangene Jahr bilanziert. Die Verantwortlichen klagen, dass sie keine Handhabe gegen Diskriminierung haben.

In fast jedem vierten Fall von Diskriminierung, der dem CET gemeldet wird, geht es um Behinderungen.

In fast jedem vierten Fall von Diskriminierung, der dem CET gemeldet wird, geht es um Behinderungen.

Die Security hat Sie nicht in den Club gelassen, weil Sie dunkelhäutig sind? Sie kommen nicht in die Bibliothek, weil eine Rampe für Rollstuhlfahrer fehlt? Beides sind Fälle von Alltagsrassismus, die man dem Zentrum für Gleichbehandlung CET («Centre pour l'égalité de traitement») melden kann. Dieses hat am Donnerstag Bilanz seiner Arbeit im Jahr 2014 gezogen.

Demnach gab es im vergangenen Jahr 145 neue Diskriminierungsfälle, dazu kamen acht Dossiers aus 2013, die noch bearbeitet werden mussten. Am meisten von Diskriminierung betroffen sind demnach Menschen mit Behinderung (24,2 Prozent). In 15 Prozent der Fälle ist das Geschlecht der Grund für die Diskriminierung, gefolgt von Herkunft (13 Prozent), Religion und Weltanschauung (8 Prozent), Alter und Sexualität (jeweils 3,3 Prozent).

CET findet kaum Gehör

Um die Fälle aufzuklären und für das Thema zu sensibilisieren standen dem CET im vergangenen Jahr 83.000 Euro zur Verfügung. Was nicht viel sei, wenn man bedenke, «dass die Hälfte bereits für Fixkosten draufgeht», erklärt Vorstandsmitglied Nathalie Morgenthaler.

Doch das größere Problem sei, dass das Zentrum keine wirkliche Handhabe gegen Diskriminierung habe und auch von der Politik nicht gehört werde. «Wir hatten eine Empfehlung für eine Gesetzesänderung. Doch damit wir vom Ministerium eine Antwort bekommen, müsste ein Abgeordneter eine parlamentarische Anfrage stellen», klagt Morgenthaler.

(p.w.)

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