Spitzentreffen – Merkel und Hollande treffen sich in Paris

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SpitzentreffenMerkel und Hollande treffen sich in Paris

Überschattet von der Gewalt in der Ukraine hat in Paris ein Spitzentreffen der deutschen und französischen Regierungen begonnen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und François Hollande treffen sich in Paris.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und François Hollande treffen sich in Paris.

DPA

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist am Mittag zu einem Spitzentreffen der deutschen und französischen Regierungen in Paris eingetroffen. Die von mehr als einem Dutzend Ministern begleitete Kanzlerin wollte zunächst ein Vier-Augen-Gespräch mit Frankreichs Präsident François Hollande führen. Anschließend waren in großer Runde Diskussionen über Themen wie Sicherheit, Steuern und Energie- und Umpolitik geplant.

Themen wie Energiepolitik rücken trotz einer spektakulären Protestaktion von Greenpeace in den Hintergrund.

«Europa wird noch über Jahrzehnte abhängig von Atom und Kohle bleiben

Für eine Pressekonferenz am frühen Mittwochnachmittag wurde eine Stellungnahme von Hollande und Merkel zur Situation in der Ukraine angekündigt. Zuletzt verdichteten sich Hinweise darauf, dass die EU-Länder Sanktionen gegen die Führung der Ukraine verhängen werden. Frankreichs Außenminister Laurent Fabius sagte am Morgen in Paris, dies sei «wahrscheinlich». Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hatte bereits am Dienstag Sanktions-Drohungen bekräftigt.

Kurz vor Beginn des deutsch-französischen Gipfels in Paris hatten Greenpeace-Aktivisten mehrere Tonnen Kohle und Atomfässer vor eine Zufahrt zum Élysée-Palast gekippt. «Kanzlerin Merkel lässt sich viel zu stark von der deutschen Kohle-Lobby beeinflussen und die französische Politik hängt viel zu stark an der Atom-Lobby», kommentierte Greenpeace-Kampagnenleiter Karsten Smid die Protestaktion. Ohne ein verbindliches Ausbauziel für die erneuerbaren Energien von mindestens 45 Prozent bis 2030, werde Europa noch über Jahrzehnte abhängig von Atom und Kohle bleiben.

Nach Angaben von Smid wurden die an der Aktion beteiligten Aktivisten vorläufig festgenommen. Zwei von ihnen hatten sich in dem Lastwagen mit der Kohle festgekettet. Das Thema Energiepolitik sollte eines der Topthemen beim ersten deutsch-französischen Ministerrat seit mehr als einem Jahr sein.

(L´essentiel/ dpa)

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