Folgen offen – Mikroplastik in Organen von Menschen gefunden

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Folgen offenMikroplastik in Organen von Menschen gefunden

Mikroplastik ist in der Luft, im Wasser und in den Tieren, die wir essen. Nun wurden die winzigen Plastikpartikel zum ersten Mal im Menschen nachgewiesen – in seinem Innnersten.

Dass der Mikroplastikkelch nicht an den Menschen selbst vorübergehen wird, ist spätestens seit dem Jahr 2018 klar. Damals zeigten Forscher aus Wien, dass Mikroplastik auch in menschlichen Stuhlproben zu finden ist. Allerdings war unklar, ob diese Plastikteilchen, von denen wir im Jahr etwa 250 Gramm zu uns nehmen, einfach nur in den Darm aufgenommen und gleich wieder ausgeschieden werden oder sich in uns anreichern.

Ebenfalls bis heute ungeklärt ist, wie die Kunststoffpartikel auf die menschliche Gesundheit wirken. Sicher ist mittlerweile aber, das berichteten US-Forscher unlängst am diesjährigen Herbst-Meeting der American Chemical Society, dass die nur wenige Mikrometer kleinen Partikel bereits tief in unsere Organe und Gewebe eingedrungen sind.

Plastikpartikel und Weichmacher

Das Team um Charles Rolsky von der Arizona State University war bei 47 Proben, die sie auf die wenigen Mikrometer großen Partikel untersucht hatte, fündig geworden – und zwar von Organen, die eine wichtige Filterfunktion haben: Lunge, Leber, Milz und Niere.

Auch den umstrittenen Weichmacher Bisphenol A konnten sie in allen vier Organen und bei allen Proben nachweisen.

Harmlos oder ernsthafte Gesundheitsgefahr?

Das Eindringen der winzigen Partikel besorgt die Wissenschaftler. Gegenüber Spektrum.de sagte Rolskys Kollege Varun Kelkar: «Ich möchte nicht alarmistisch sein, aber es ist schon besorgniserregend, dass sich diese nicht biologisch abbaubaren Partikel auch in menschlichem Gewebe einlagern und dort anreichern.» Zum jetzigen Zeitpunkt könne noch niemand sagen, ob das Plastik in unserem Körper harmlos sei oder eine ernsthafte Gesundheitsgefahr darstelle. Letzteres sei angesichts der weiter steigenden Produktion von Plastik keine schöne Vorstellung.

Entsprechend fordern sie die Menschen dazu auf, weniger Kunststoff zu verwenden, schreibt Deutschlandfunk.de. Von der Industrie fordern sie, mehr alternative Stoffe einzusetzen. Und zwar solche, die abbaubar sind und weniger schädliche Zusatzstoffe enthalten.

(L'essentiel/Fee Anabelle Riebeling)

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