Blutgefäße, Lunge, Herz und Nieren – Milde Verläufe hinterlassen Spuren an Organen
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Blutgefäße, Lunge, Herz und NierenMilde Verläufe hinterlassen Spuren an Organen

Eine Studie des Hamburger Uniklinikums liefert neue Erkenntnisse über Folgen einer Corona-Infektion. Demnach können auch leichte Krankheitsverläufe mittelfristig Organe schädigen.

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Auch wer nicht wegen Covid-19 auf der Intensivstation behandelt wird, kann Spätfolgen haben.

Auch wer nicht wegen Covid-19 auf der Intensivstation behandelt wird, kann Spätfolgen haben.

20min/Marvin Ancian
Das zeigt eine Studie von Forschenden des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE).

Das zeigt eine Studie von Forschenden des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE).

Wikimedia Commons/PD
In der Studie wurden 443 Personen nach einer Sars-CoV-2 Infektion mit nur leichten Symptomen umfassend untersucht.

In der Studie wurden 443 Personen nach einer Sars-CoV-2 Infektion mit nur leichten Symptomen umfassend untersucht.

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Selbst milde bis moderate Verläufe einer Corona-Infektion hinterlassen nach Erkenntnissen von Expertinnen und Experten mittelfristig Schäden an den Organen und führen offenbar häufiger zu Thrombosen in den Beinvenen. Das ist das Ergebnis einer am Mittwoch veröffentlichten Studie von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE). Sie untersuchten 443 ehemals Infizierte im Mittel rund zehn Monate nach ihrer Erkrankung.

Verglichen mit der Normalbevölkerung wurde bei den Betroffenen ein um etwa drei Prozent reduziertes Lungenvolumen sowie ein leicht erhöhter Atemwegswiderstand dokumentiert. Die Herzuntersuchungen ergaben eine durchschnittliche Abnahme der Pumpkraft um ein bis zwei Prozent. Zugleich stieg der Spiegel eines speziellen Markerproteins im Blut, das Auskunft über die Belastung des Herzens gibt, bei ihnen um 41 Prozent.

«Höchste Bedeutsamkeit, gerade im Hinblick auf Omikron»

Auch die Nierenfunktion ging demnach um zwei Prozent zurück. Als weiteres zentrales Ergebnis stellten die Forschenden laut UKE bei Ultraschalltests fest, dass bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zwei- bis dreifach häufiger Zeichen einer zurückliegenden Beinvenenthrombose auftraten. Das Gehirn wies keine Auffälligkeiten auf. Außerdem berichteten die Betroffenen auch nicht von Beeinträchtigungen der Lebensqualität.

Die Studienteilnehmerinnen und Studienteilnehmer litten nach eigenen Angaben während ihrer Infektion unter keinen oder höchstens milden bis mittelmäßigen Symptomen. 93 Prozent wurde ambulant behandelt, keiner lag auf der Intensivstation. «Die Erkenntnis, dass selbst ein milder Krankheitsverlauf mittelfristig zur Schädigung diverser Organe führen kann, hat höchste Bedeutsamkeit gerade auch im Hinblick auf die aktuelle Omikron-Variante, die mehrheitlich mit milderen Symptomen einherzugehen scheint», erklärten die Forschenden.

Junge Menschen nicht vor Long Covid gefeit

Untersucht wurden die Patientinnen und Patienten dabei in den verschiedenen Fachkliniken des UKE, um umfassende Informationen über ihren Gesundheitszustand zu erhalten. Die von der Stadt Hamburg unterstützte Analyse im Rahmen einer groß angelegten Gesundheitsstudie namens Hamburg City Health Study (HCHS) wurde in der Fachzeitschrift «European Heart Journal» veröffentlicht.

Als Vergleichsgruppe zur Beurteilung des Gesundheitszustands der an Corona erkrankten Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer, die zur Altersgruppe der 45- bis 74-Jährigen gehörten, dienten dem UKE zufolge rund 1300 Menschen mit ähnlichem demografischem und sozialem Hintergrund, die nicht an Corona erkrankt waren. Alle Untersuchten stammten aus dem Teilnehmerkreis der großen HCHS-Studie, bei der 45.000 Menschen langfristig beobachtet werden.

Erst vor kurzem zeigten Forschende aus Deutschland, dass 40 Prozent der von Covid-19 Genesenen mehr als ein halbes Jahr Long-Covid-artige Symptome haben. Selbst Junge und Fitte sind vor dem sogenannten Long Covid nicht sicher.

(L'essentiel/fee/AFP)

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