Terror in Frankreich – Ministerium vermeldet Rekord-Teilnehmerzahl

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Terror in FrankreichMinisterium vermeldet Rekord-Teilnehmerzahl

Bei Solidaritätskundgebungen für die 17 Terroropfer waren am Sonntag in Frankreich fast vier Millionen Menschen unterwegs. Auch Luxemburg war vor Ort vertreten.

DPA

Bei der größten Kundgebung der Nachkriegszeit haben Hunderttausende in Paris zusammen mit Staats- und Regierungschefs dem Terrorismus ihre Solidarität entgegengesetzt. Frankreichs Staatspräsident François Hollande und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel liefen zunächst untergehakt nebeneinander. Die Spitzenpolitiker versammelten sich unweit der Place de la République, die übersät von Menschen war. Auch der Luxemburger Premierminister Xavier Bettel und EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker marschierten bis etwa 16 Uhr in der Menge mit.

«Paris ist heute die Hauptstadt der Welt», hatte Präsident Hollande zuvor den Mitgliedern seines Kabinetts zugerufen. «Das ganze Land wird sich zu etwas Besserem erheben.» Fast vier Millionen Demonstranten sollen laut Schätzungen in ganz Frankreich unterwegs gewesen sein. Das Innenministerium sprach von der bisher höchsten Zahl von Demonstranten in Frankreich.

Xavier Bettel am Sonntag in Paris:


Beitrag von Xavier Bettel.

An der Spitze des Marsches, liefen Angehörige der Terroropfer, wie französische Medien berichteten. Auf Transparenten stand: «Je suis Charlie». Außerhalb von Paris demonstrierten in zahlreichen französischen Städten insgesamt rund 500.000 Menschen, berichteten französische Medien. In Paris sollen es über 1,5 Millionen gewesen sein - ein historischer Höchstwert.

Solidarität europaweit

Auch in anderen europäischen Hauptstädten bekundeten Zehntausende ihre Solidarität. In der belgischen Hauptstadt Brüssel demonstrierten rund 20.000 Menschen für Redefreiheit und gegen Hass, in Berlin waren es etwa 18.000. In der britischen Hauptstadt London wurden Wahrzeichen in blau-weiß-rot - den Farben der Tricolore, der Fahne Frankreichs - angestrahlt.

Ein Welle von islamistischen Terroranschlägen und Geiselnahmen hatte in der zurückliegenden Woche das Leben von 17 unschuldigen Menschen gefordert. Allein der Überfall auf die Redaktion der Satirezeitschrift «Charlie Hebdo» hatte am Mittwoch zwölf Opfer gefordert.

An dem Marsch nahmen auch Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und der ukrainische Präsident Petro Poroschenko teil.

Mögliche Komplizin auf der Flucht

Nach dem dramatischen Ende der Anti-Terror-Einsätze in Frankreich suchten die Ermittler auch am Sonntag noch mögliche Unterstützer der islamistischen Gewalttäter. Nach dem Tod der Attentäter am Freitag galt dennoch weiterhin die höchste Alarmstufe. Intensiv gefahndet wurde nach der flüchtigen Lebensgefährtin eines der getöteten Terroristen. Die 26-Jährige soll Frankreich aber schon einige Tage vor dem Anschlag auf das Satireblatt «Charlie Hebdo» verlassen haben.

(L'essentiel/dpa)

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