Gefäßtumore – Missouri exekutiert schwerkranken Mörder

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GefäßtumoreMissouri exekutiert schwerkranken Mörder

Russell Bucklew litt an Gefäßtumoren. Trotzdem wurde der 51-jährige Mörder mit einer Giftspritze hingerichtet.

Der US-Bundesstaat Missouri hat einen schwerkranken Mörder hingerichtet. Russell Bucklew wurde am Dienstagabend im Gefängnis von Bonne Terre per Giftspritze getötet, wie die zuständigen Behörden gleichentags mitteilten.

Der 51-Jährige hatte im Jahr 1996 den neuen Freund seiner früheren Lebensgefährtin getötet. Dann entführte und vergewaltigte er seine Ex-Freundin.

künstliche Beatmung

Bucklew litt im Gefängnis an Gefäßtumoren, die ihm das Atmen erschwert hatten. In den vergangenen Monaten musste er durch einen Katheter atmen, der ihm nach einem Luftröhrenschnitt eingeführt worden war.

Seine Anwälte argumentierten, bei der Hinrichtung drohe ihm ein grausamer Tod: Bucklew könnte am eigenen Blut ersticken, sollte es zu Blutungen der Tumore kommen. Sie forderten, die Todesstrafe in lebenslange Haft umzuwandeln. Der Gouverneur von Missouri, der Republikaner Mike Parson, lehnte dies aber ab.

17. Häftling

Der Oberste Gerichtshof der USA hatte wegen der Sorgen vor einem gewaltsamen Tod des verurteilten Mörders zwei Mal seine Hinrichtung gestoppt. Im April urteilten die Richter dann aber in einer knappen und umstrittenen Entscheidung, die Verfassung garantiere zum Tode verurteilten Häftlingen keinen «schmerzfreien Tod». Die Verfassung verbietet eine «grausame und ungewöhnliche Bestrafung».

Bucklew ist der 17. Häftling, der in diesem Jahr in den USA hingerichtet wurde. Erst vor wenigen Tagen hatte Texas einen verurteilten Mörder hingerichtet.

(L'essentiel/chk/sda)

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