USA und ihre Gläubiger – Mit 68 Milliarden in Luxemburg in der Kreide

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USA und ihre GläubigerMit 68 Milliarden in Luxemburg in der Kreide

LUXEMBURG - Die USA kämpfen gegen die drohende Staatspleite. Die 10 Billionen Euro Schulden stecken auch im Ausland. Luxemburg gehört zu den großen Gläubigern in Europa.

Bei der Debatte um die massiven US-Schulden von rund 14,3 Billion Dollar (rund 10 Billionen Euro) herrscht vor allem bei Amerikanern der Eindruck, ihr Land stehe besonders bei anderen Nationen in der Kreide. Tatsächlich halten fremde Staaten sowie ausländische Investoren und Unternehmen lediglich rund ein Drittel der Gesamtverschuldung, nämlich circa 4,5 Billionen Dollar.

Während der Löwenanteil bei asiatischen Staaten in den Büchern steht (siehe Bildstrecke), sind auch Europäer unter den größten ausländischen Gläubigern der USA. Luxemburg steht in den Top drei mit rund 68 Milliarden Dollar, wie die Auflistung der US-Regierung zeigt. Weltweit steht das Großherzogtum damit auf Rang 12 der Gläubigerstaaten, in Europa auf Rang 3 hinter Großbritannien und der Schweiz.

Luxemburg verringert Schulden

In den Nachbärländern stehen deutlich weniger US-Schulden in den Büchern: In Deutschland sind es 61,2 Milliarden Dollar, in Belgien 31,4 Milliarden und Frankreich 23,6 Milliarden Dollar.

Luxemburg hat seinen Anteil jedoch in den vergangenen zwölf Monaten deutlich verringert. So standen die USA im Juni vergangenen Jahres noch mit 95,6 Milliarden Dollar in der Kreide.

Größten Teil schuldet sich US-Regierung selbst

Fast ebenso viel wie ausländischen Institutionen schulden die USA auch im Inland, nämlich rund 3,9 Billionen Dollar. So halten Pensions- und andere Sparfonds US-Schatzanleihen im Wert von 1,6 Billionen Dollar. Auch Bundesstaaten oder Lokalregierungen schuldet Washington 500 Milliarden, Banken und Versicherungsunternehmen 600 Milliarden. Privatleute, Unternehmen und andere Investoren halten 1,2 Billionen.

Den größten Teil schuldet sich die Regierung jedoch sich selbst. So ist etwa das «Vermögen» der Rentenkasse («Social Security») oder der Gesundheitsversicherung («Medicare») in Anleihen des Staates angelegt. Die Summe beläuft sich auf rund 5,7 Billionen Dollar.

sb/L'essentiel Online mit dpa

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