Konschtkëscht – Mit dem selbst gedrehten Video zum Festival

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KonschtkëschtMit dem selbst gedrehten Video zum Festival

LUXEMBURG – In Zeiten, in denen Youtube boomt, rückt die Videokunst näher in den Blickpunkt. Nun fördert die EU das aus Luxemburg stammende Videokunst-Projekt Konschtkëscht. Davon werden auch Amateurfilmer profitieren.

Rund 110 000 Euro hat die Europäische Union im Rahmen ihres Interreg-Projekts locker gemacht, um das ursprünglich aus Luxemburg stammende Videokunst-Projekt Konschtkëscht weiter auf die Großregion auszudehnen. Die «Kunstkisten» – das sind Boxen, die in Rathäusern oder Einkaufszentren aufgestellt werden und in denen Passanten Videos von wechselnden Künstlern aus der Großregion anschauen können. Zehn solcher Boxen existieren bisher in der Großregion, sechs davon allein in Luxemburg. Weitere sollen dank der EU-Förderung in den kommenden Jahren hinzukommen.

«Es wäre schön, wenn wir die Anzahl auf 20 verdoppeln könnten, aber ich freue mich auch, wenn wir es auf fünf weitere Boxen bringen», sagt Projektleiterin Vanessa Diemand vom Verein Archipel. Zu den 110 000 Euro aus Brüssel müssen die Projektpartner (siehe Infobox) gemeinsam noch einmal die gleiche Summe beisteuern. Keine leichte Aufgabe: «Alle waren von der Idee gleich überzeugt, aber administrativ alles zu regeln und auch den Antrag für die Förderung auszuarbeiten, hat sehr viel Zeit in Anspruch genommen». Die Unterstützung der EU hilft enorm: «Wären wir nur in Luxemburg geblieben, hätten wir Wege hinsichtlich der Finanzierung finden können. Die ‚Konschtkëscht‘ auf die Großregion auszudehnen, ist nur dank der Interreg-Förderung möglich».

Festival und Workshops geplant

Doch bei der Einrichtung weiterer Boxen wird es in den kommenden drei Jahren, in denen die Mittel fließen, nicht bleiben. Im Oktober wollen die Organisatoren Videokünstler zu einem Festival nach Luxemburg einladen. In den nächsten Jahren wird die Veranstaltung dann nach Lothringen und in das deutsche Grenzgebiet wandern. Bei dem Festival werden jedoch nicht nur professionelle Künstler ausgestellt. So sollen auch die Teilnehmer der Video-Workshops, von denen jeder Partner pro Jahr einen anbietet, ihre Werke zeigen. In Luxemburg können sich Hobby-Filmer im Sommer ans Werk machen. «Wer schon einmal ein Urlaubsvideo gedreht hat, hat die technischen Anforderungen für die Teilnahme an dem Workshop bereits erfüllt», ermuntert Vanessa Diemand.

Kerstin Smirr/L'essentiel Online

Konschtkëscht

Derzeit extistieren sechs Boxen in Luxemburg, unter anderem in der Abtei Neumünster und dem Centre National de l'Audiovisuel (CNA) in Düdelingen. Zu den Partnern des Projekts, das von Archipel geleitet wird, gehören das CNA, Les Yeux de l'Ouïe (Lothringen), die Tuchfabrik Trier (Rheinland-Pfalz) und das Saarländische Filmbüro.

Derzeit ist in den Boxen das elfminütige Video «Jagdszenen» von Clément Cogitore zu sehen, der abwechselnd in Paris, Straßburg und Luxemburg lebt. Er ist an die ungarisch-österreichische Grenze gereist und hat die dort installierten Wachtürme in Szene gesetzt. Sie dienten einst der Überwachung, wurden allerdings durch den Eintritt Ungarns in den Schengenraum obsolet.

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