London 2012 – Mit der Putzfrau gegen den Dopingsumpf

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London 2012Mit der Putzfrau gegen den Dopingsumpf

Für saubere Olympische Spiele 2012 geben die Londoner alles. Nun werden sogar Laiendopingfahnder eingesetzt, vom Putzpersonal bis zum Zollbeamten.

Das Putzpersonal ist nicht nur in den Stadien, sondern auch in den Umkleidekabinen und Unterkünften der Athleten unterwegs. (Bild: Keystone/AP)

Das Putzpersonal ist nicht nur in den Stadien, sondern auch in den Umkleidekabinen und Unterkünften der Athleten unterwegs. (Bild: Keystone/AP)

In London laufen die Vorbereitungen für die Olympischen Sommerspiele 2012 auf Hochtouren. Besonderes Augenmerk sollen die Veranstalter laut eines Berichts der BBC auf die Dopingbekämpfung legen.

Doping - ein unliebsames Thema. In London scheint man bereit zu sein, im Kampf gegen die unerlaubte Leistungssteigerung ungewöhnliche Maßnahmen zu ergreifen. Es werden nämlich nicht nur Doping-Experten eingesetzt, sondern fast jeder soll seinen Beitrag leisten – von der Putzfrau über das Sicherheitspersonal bis hin zu den Zollbeamten. Gerade das Reinigungspersonal hat nämlich Zutritt zu den Umkleidekabinen und Unterkünften der Athleten. Ein Umstand, der für die Dopingfahnder interessant ist. Jonathan Harris, der Vorsitzende des Anti-Doping-Teams der Spiele 2012, betont: «Es ist extrem wichtig, so viel belastendes Material wie möglich zusammenzutragen. Dabei setze man zum Beispiel auf die Sicherheitsleute und die Putzmannschaften. «Wir werden dieses Personal so ausbilden, dass sie verdächtiges Verhalten erkennen und uns melden können», führte Harris aus.

«Putzpersonal-Erfolge» gab es schon früher

Das Vorhaben klingt ungewöhnlich – ist es aber gar nicht. Es ist schon früher vorgekommen, dass die Putzkräfte belastendes Material gefunden haben. An den Olympischen Winterspielen in Salt Lake City (2002) tauchte im Lager des österreichischen Skiverbandes unachtsam entsorgtes Material auf, das für Bluttransfusionen benötigt wird. Als Folge wurde Walter Mayer, der österreichische Rennsportdirektor für Langlauf und Biathlon, vom Olympischen Komitee für mehrere Jahre gesperrt, der Ski-Weltverband zog mit einer lebenslangen Sperre nach. Nach einer Klage vor Gericht durfte Mayer ab 2004 aber wieder als Trainer arbeiten, der Österreichische Skiverband setzte ihn wieder ein. An den Winterspielen 2006 in Turin kam es erneut zu einem Skandal um den Österreicher inklusive einer spektakulären Flucht mit dem Auto. Es folgte die fristlose Entlassung.

Um den Dopingsündern das Handwerk zu legen, hofft man bei den Veranstaltern von London 2012 laut «Spiegel-Online» auch auf einen wissenschaftlichen Durchbruch. Ein verbessertes Testverfahren soll synthetische Wachstumshormone im Blut nachweisen. Erst diese Woche stellte der Geschäftsführer der US-Anti-Doping-Agentur das Verfahren vor, über dessen Wirksamkeit sich die Experten bereits einig sein sollen. Damit sind diese Tests eine erfolgversprechende Option für die Spiele im nächsten Sommer.

(L'essentiel online/fbu )

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