Toter Anwalt in Stuttgart – Mit der Schwiegermutter in den Swingerklub

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Toter Anwalt in StuttgartMit der Schwiegermutter in den Swingerklub

Die Stuttgarter Polizei stürmt eine Anwaltskanzlei und entdeckt zwei Leichen. Eines der Opfer war wegen Fesselsex mit seiner Schwiegermutter bekannt.

Nachdem eine Nachbarin gesehen hatte, wie ein Bewaffneter in das Haus des Stuttgarter Anwalts Peter-Franz W. (75) ging, rückte ein Spezialeinsatzkommando am Montagnachmittag mit großem Aufgebot an. Vier Stunden später stürmte die Polizei das Gebäude und entdeckte die Leichen des Juristen und die seines mutmaßlichen Geiselnehmers, einem 67-jährigen Mann aus dem Großraum Frankfurt am Main.

Opfer und Täter kannten sich offenbar, schreibt der Sender SWR. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart vermutet, dass geschäftliche Differenzen zum Streit zwischen den beiden geführt haben. Der Täter soll W. erschossen und sich dann das Leben genommen haben.

W. und Schwiegermutter im Swingerklub

Wie die Stuttgarter-Zeitung berichtet, sorgte W. bereits in der Vergangenheit mehrfach für Schlagzeilen. Vor rund zehn Jahren hatte er eine Beziehung mit seiner drei Jahre älteren Schwiegermutter begonnen. Margot R. — damals 69 — kam öfters ins Haus, um ihrer Tochter Edith – zu jenem Zeitpunkt 47 Jahre alt — im Haushalt zu helfen.

W. überzeugte seine Schwiegermutter, mit ihm Knebelspiele zu praktizieren, während seine Frau Edith, eine Opernsängerin, Gesangsunterricht im Haus erteilte. W. und R. besuchten zudem regelmäßig Swingerklubs.

Im Sommer 2006 kam es während eines Fesselspiels zu einem schweren Unfall, berichtet die Bild-Zeitung. Margot R. hatte ihren Schwiegersohn an einen Stuhl gefesselt und ihn fünf Minuten lang mit einer Schnurr stranguliert. Danach schlug sie achtmal mit einer Nachttischlampe auf seinen Kopf und steckte ihm die Finger in die Nasenlöcher.

Als Dank für den Fesselsex gab's ein neues Gebiss

Sein Sohn fand den lebensgefährlich verletzten W., der nur noch «Die Oma!» sagen konnte, bevor er bewusstlos zusammensackte. Im November 2006 kam es zum Prozess: Margot R. wurde wegen schwerer Körperverletzung zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt.

Während der Verhandlungen erzählte sie, dass W. oft nackt im Haus herumlief. Für ihre Fesselspiele mit ihm habe sie immer wieder Geld bekommen. «Mal 500 Euro, mal 300», sagte die Frau aus. «Zum Spiel gehörte, dass ich ihn aufforderte, meine Brüste zu küssen. Dann befahl er, ich solle sein wertvolles Stück rausholen. Ich habs bei ihm mit der Hand gemacht. Das lief sehr gut.» Die Taten gab W. zu: «Ja, wir waren in Swingerklubs. Ich habe ihr zum Beispiel neue Zähne bezahlt», erzählte er.

Im Laufe der Ermittlungen zu den lebensgefährlichen Sexspielen mit der Schwiegermutter kam es zu einem weiteren Skandal: Als Beamte die Kanzlei des Anwalts durchsuchten, stießen sie auf Bilder mit Nazisymbolen und auf eine Hitlergrafik. Damals wurde Anzeige gegen Peter-Franz W. erstattet, das Verfahren jedoch gegen eine Geldauflage wieder eingestellt.

(L'essentiel/kle)

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