Luxemburg – Mit diesen Forderungen startet der OGBL ins Jahr

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LuxemburgMit diesen Forderungen startet der OGBL ins Jahr

ESCH/ALZETTE – Im Rahmen der Versammlung ihres nationalen Komitees hat die Gewerkschaft OGBL am heutigen Dienstag zahlreiche Themen auf den Tisch gelegt.

André Roeltgen wies erneut auf «die wirtschaftliche und finanzielle Gesundheit» des Landes zurück.

André Roeltgen wies erneut auf «die wirtschaftliche und finanzielle Gesundheit» des Landes zurück.

Editpress/Alain Rischard

«Es gibt einen offensichtlichen Mangel an qualifizierten Lehrern. Das Problem wurde zu Schuljahresbeginn ganz deutlich», erklärte André Roeltgen, Präsident des OGBL, am heutigen Dienstag bei der Versammlung des nationalen Komitees der Gewerschaft in Esch/Alzette. Ziel der Sitzung war es, einen Blick auf das kommende Jahr zu werfen. Und eines der großen Themen waren die Schulen des Landes. «Es gibt eine mangelnde Attraktivität des Berufs. Dies liegt haupsächlich an der dreijährigen Ausbildung, die Absolventen nach ihrem Studium noch anhängen müssen», so Roeltgen.

Der OGBL fordere deshalb eine Reform dieser Ausbildung. «Wir wollen ein starkes öffentliches Schulsystem, damit Schüler und Studenten ihr Potenzial entwickeln können. Dies ist im Interesse aller. Außerdem müssen ausgebildete Lehrer, die nicht direkt im Klassenraum arbeiten, motiviert und mobilisiert werden», betonte der OGBL-Präsident.

Arbeitszeitkonten gefordert

Die Gewerkschafter wendeten sich ebenfalls an die Regierung, damit die Sozialpolitik weiterentwickelt wird. André Roeltgen wies auf «die wirtschaftliche und finanzielle Gesundheit» des Landes hin, wobei eine solche Politik durchaus möglich wäre. Außerdem solle das Abkommen von 2014 angewendet werden. Dabei könnten die Familienleistungen regelmäßig und automatisch auf Basis des mittleren Lohns (Index) angepasst werden. «Ansonsten würden sie ihren Wert verlieren», hieß es seitens der Gewerkschafter.

Des Weiteren setzte sich die Gewerkschaft für den zehntätigen Vaterschaftsurlaub, für die Steuererleichterungen der niedrigeren Löhne sowie für die Erhöhung des Mindestlohns um zehn Prozent ein. Der OGBL brachte ebenfalls erneut das Thema des Arbeitszeitkontos für Arbeitnehmer aus dem Privatsektor auf den Tisch. Ein ähnliches Projekt besteht bereits für den öffentlichen Dienst. Beschäftigte im öffentlichen Dienst werden Anspruch auf ein Sabbatjahr haben, wenn sie 1800 Überstunden angesammelt haben. «Das ist positiv. Das Gesetzprojekt entspricht unseren Vorstellungen. Wir hoffen nun auf ein positives und konstruktives Gespräch mit den Arbeitgebern.» Nächste Woche soll es eine Versammlung geben, um dieses Systems ebenfalls in das private Arbeitsrecht einzuführen.

(Jérôme Wiss/L'essentiel)

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