Luxemburg - «Mit einem Rad fühlen sich die Geflüchteten wieder frei»

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Luxemburg«Mit einem Rad fühlen sich die Geflüchteten wieder frei»

LUXEMBURG – Emanuele Santi hatte nach dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs die Idee, Zweiräder zu sammeln und an Flüchtlinge zu verschenken. 160 Kinder haben bereits welche bekommen.

von
Olivier Loyens
Emanuele Santi (Mitte) hatte die Idee, Flüchtlingen aus der Ukraine Fahrräder, Tretroller und Skateboards zu schenken.

Emanuele Santi (Mitte) hatte die Idee, Flüchtlingen aus der Ukraine Fahrräder, Tretroller und Skateboards zu schenken.

Riding the Rainbow

Auf ein Fahrrad steigen und das Trauma der Flucht zumindest für einen Moment vergessen können. Nach dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine hatte Emanuele Santi aus Luxemburg-Stadt die Idee, Fahrräder, aber auch Dreiräder, Tretroller und Skateboards zu sammeln und an Geflüchtete zu verschenken. Der Name der Initiative lautet «Riding the Rainbow».

«Als ich mit meinen Kindern nach Jahrzehnten in Afrika nach Luxemburg zog, waren unsere Kinder verstört», erklärt Emanuele Santi, der Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins Afrilanthropy. «Das allererste Geschenk, das ich ihnen machte, war ein Fahrrad. Das gab ihnen ein besonderes Gefühl von Freude und Freiheit, da sie ihr neues Gastland erkunden konnten.»

Und dieses Geschenk wollte Santi nun auch den Geflüchteten machen. Zunächst habe er aber die alten Räder seiner Kinder verschenkt. «Sie waren übrigens blau und gelb, wie die Farben der ukrainischen Flagge», erinnert er sich. «Sie wurden von zwei kleinen Kindern abgeholt. Die Freude auf ihren Gesichtern war unglaublich».

Deshalb bat er seine Freunde, nicht mehr benötigte Zweiräder mitzubringen. Seine Garage wurde zu einer Sammel- und Verteilungsstelle. «Innerhalb weniger Wochen haben 160 Kinder aus fünf Ländern eines bekommen», erzählt Emanuele Santi. Mittlerweile habe die Initiative drei weitere Garagen auf dem Kirchberg, in Mamer und Schifflingen – immer mehr wollen wohl mitmachen.

Riding the Rainbow

«Auch wenn die Leute eher ihre kleinen Fahrräder loswerden wollen», hofft Santi, dass er auch Fahrräder an Erwachsene verschenken kann. Deshalb habe er sich bereits mit dem gemeinnützigen Verein Equiclic in Verbindung gesetzt, der ein ähnliches Projekt in Junglinster gestartet hat.

Wer Fahrräder, Roller oder Skateboards spenden will, kann sie in dieser Woche auf dem Kirchberg (Mittwoch), in Mamer (Donnerstag) und in Schifflingen (Freitag) von 18 bis 19 Uhr abgegeben. Jeder, der etwas spenden möchte, kann eine E-Mail an info@afrilanthropy.org schicken.

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