Muslim-Verein in Bonneweg – Mit Spenden aus Katar zur eigenen Moschee
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Muslim-Verein in BonnewegMit Spenden aus Katar zur eigenen Moschee

LUXEMBURG - Der Verein «Le Juste Milieu» will das Gebäude seines Gebetsraums in Bonneweg kaufen. Weil Spenden schwierig ist, sollen Wohltäter aus Katar einspringen.

Jeden Freitag finden sich gut 600 Gläubige aus Luxemburg und der Großregion in Bonneweg zum Gebet ein. Das muslimische Glaubenszentrum in der Rue Dernier Sol ist die meistgenutzte Moschee des Landes. Nun steht in dem Gebäude, das auch die Gebetsräume beherbergt, ein Besitzerwechsel an. Für die Asbl «Le Juste Milieu» ist dies die Gelegenheit das Ladenlokal zu erwerben.

Doch die Anschaffung kostet 1,84 Millionen Euro. «Wir haben im März eine erste Tranche überwiesen», erklärt Jean-Luc Karleskind. Der Asbl- Sprecher rechnet vor: «Das waren 471 000 Euro, darin waren 170 000 Euro Steuern. Die nächste Frist läuft am 1. September ab. Bis dahin müssen wir 322  000 Euro aufbringen. In den kommenden zwei Jahren sind jeweils 522 000 Euro fällig.»

Spenden nicht von Steuern befreit

Das Geld sollen die Gläubigen selbst aufbringen. Doch wer der Asbl spendet, kann dies nicht von der Steuer absetzten, weil «Le Juste Milieu» nicht den Status einer gemeinnützigen Organisation hat. «Wir haben den Antrag im vergangenen November im Justiz- und Kultusministerium eingereicht», so Karleskind.

Doch die Antwort bleibt Fehlanzeige. «Wir haben mehrmals geschrieben, auch an den Minister (François Biltgen (CSV), Anm. d. Redaktion) persönlich. Sie können nicht behaupten, sie hätten von nichts gewusst. Warum bekommen wir keine Antwort?», fragt der Vereinssprecher. Eine Erklärung aus dem Justizministerium steht auch auf die Anfrage von «L‘essentiel Online» - wegen der Ferienzeit - noch aus.

Katarer werden nicht Besitzer

Auf der Suche nach weiteren Spenden baut «Le Juste Milieu» nun auf Wohltäter aus dem Ausland, allen voran das Emirat Katar: «Die Organisation ‚Qatar Charity‘ hat uns Hilfe zugesagt und in Katar einen Spendenaufruf gestartet. Wie viel dabei herauskommen wird, wissen wir aber nicht», erklärt Karleskind.

Ausgeschlossen ist allerdings nach Angaben des Vereins, dass Muslime aus Katar Besitzer des Gebäudes werden. Das wird «Le Juste Milieu» übernehmen. Voraussetzung dafür sind 180 000 Euro – diese Summe fehlt dem Verein noch, um die Tranche im September bezahlen zu können.

(Jérôme Wiss/L'essentiel Online)

Langsame Anerkennung

Die Muslime in Luxemburg haben einen Antrag auf eine staatliche Konvention gestellt. Damit bekäme der Islam denselben Status wie auch das Christentum und das Judentum in Luxemburg. Doch bis die Prozedur abgeschlossen ist, wird es «noch Jahre dauern», meint Jean-Luc Karleskind, Sprecher des Bonneweger Muslim-Vereins «Le Juste Milieu».

Die Verantwortlichen Islam-Vertreter haben bereits Vertreter der Parteien getroffen. Die eigentliche Prozedur kann jedoch erst beginnen, wenn eine Expertenkommission ihr Einverständnis gegeben hat. Und auch diese nimmt dann wieder viel Zeit in Anspruch.

Bis Sonntag wird gefastet

Mit dem traditionellen Fest des Fastenbrechens endet am kommenden Sonntag der muslimische Fastenmonat Ramadan in Luxemburg. Das teilte die repräsentative Versammlung der luxemburgischen Muslime (Shoura) am Wochenende mit.

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