Horror-Crash – Mit zerfetzter Niere fuhr er noch 20 Kilometer weit

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Horror-CrashMit zerfetzter Niere fuhr er noch 20 Kilometer weit

Auf seinem Heimweg verunfallte der 17-jährige Damiano T. mit seinem Roller. Er wurde schwer verletzt. Trotzdem fuhr er nach Hause.

Als Damiano T.* sich am Donnerstag von der Arbeit auf den Weg nach Hause machte, ahnte niemand, in welchem Zustand er dort ankommen würde. Auf der Straße von Winterthur Richtung Elsau in der Schweiz wurde der 17-Jährige von einem schwarzen Auto überholt. «Das Auto kam viel zu nahe», sagte der Lehrling. Er verlor die Kontrolle über seinen Roller, geriet mit rund 50 Stundenkilometern gegen den Randstein, flog durch die Luft und prallte mit der Seite gegen einen Baum.

Waghalsige Fahrt

«Etwa zehn Minuten lang war alles weiß. Ich habe nichts mehr gesehen», erinnert sich das Unfallopfer. «Nach dem Aufprall konnte ich einige Minuten kaum atmen.» Trotz der besorgniserregenden Anzeichen setzte er sich wieder auf seinen Roller und fuhr die rund 20 Kilometer nach Hause nach Felben-Wellhausen. «Ich wollte nur noch nach Hause», sagt er. Sein Bauch habe zwar stark geschmerzt, doch im Schock habe er nur sein Ziel vor Augen gehabt.

Daheim angekommen, habe er gehofft, die Schmerzen würden nachlassen, wenn er sich hinlege. Fehlanzeige: «Als es nicht besser wurde, habe ich meinen Vater angerufen.» Dieser habe ihn in die Notaufnahme gefahren. «Bei der Fahrt im Auto hat jedes Holpern geschmerzt und mein Vater musste mich stützen, als wir ins Krankenhaus gingen», erzählt Damiano.

Niere musste entfernt werden

Er habe zwar einen Druck im Bauchbereich gespürt, wie fatal seine Situation war, habe er aber erst realisiert, als der Arzt ihm sagte, dass er innere Blutungen habe. «Direkt nach dem Unfall waren keine Verletzungen sichtbar», sagt Damiano. «Es war nicht mal blau.»

Zwei Tage lag der 17-Jährige auf der Intensivstation des Krankenhauss. Nach Ultraschall, Röntgen und Computertomographie wurde er operiert. «Eine Niere wurde entfernt, sie war zerfetzt.» Sein Zimmer durfte er auch am Dienstag nicht verlassen. «Ich denke jeden Tag, dass ich Glück hatte. Ein paar Zentimeter weiter und es hätte meine Lunge erwischt.»

Nach dem Fahrer des schwarzen Autos wurde auch am Dienstag noch gesucht. Die Polizei hat einen Zeugenaufruf erlassen. Damiano glaubt nicht, dass der Fahrer Fahrerflucht begangen hat: «Er hat den Unfall wahrscheinlich gar nicht bemerkt», sagt er. Dennoch hofft er, noch vom Fahrer zu hören: «Eine Entschuldigung wäre schön», findet er.

*Name geändert

(L'essentiel/sav)

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