Wintereinbruch naht – Mit Zucker statt Salz gegen Schnee und Eis?

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Wintereinbruch nahtMit Zucker statt Salz gegen Schnee und Eis?

LUXEMBURG – Nächste Woche soll der Winter kommen. Zeit, sich Gedanken über vereiste Straßen zu machen. Schweizer testen, ob es nicht eine süße Alternative zum umweltschädlichen Streusalz gibt.

Die Straßenbauverwaltung hat die Reserven im Vergleich zu 2009 verdoppelt.

Die Straßenbauverwaltung hat die Reserven im Vergleich zu 2009 verdoppelt.

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Was halten die Verantwortlichen in Luxemburg vom Zucker auf der Straße? L'essentiel Online hat nachgefragt.

Wirksam bis minus 35 Grad

«Wir sind bereit etwas Neues zu probieren, aber es muss sichergestellt sein, dass diese Lösung einsatzfähig ist», meint Johnny Ewerst, zuständig für Streusalz bei der Straßenbauverwaltung. Erste Studien zum Zuckern vereister Straßen haben in der Schweiz gezeigt, dass Süßes nicht immer ausreicht.

Safecote, ein Abfallprodukt aus der Zuckerherstellung wirkt zwar bis zu minus 35 Grad abtauend, wie Wissenschaftler in der «Aargauer Zeitung» erklären, bei großen Schneemassen schmilzt es aber nur in Kombination mit Salz die rutschige Fläche weg. Zucker kann daher vor allem präventiv eingesetzt werden und nicht mehr, wenn der Schnee schon gefallen ist.

«Unmöglich, Tonnen Zucker anzuhäufen»

Ab kommenden Dienstag rechnet der französische Wetterdienst Météo France mit ersten Schneefällen und Temperaturen um den Gefrierpunkt in der Großregion. Dann könnten auch Streufahrzeuge zu ihrem ersten Einsatz kommen. Zucker statt Salz wird nicht zum Einsatz kommen.

«Niemand geht im Moment davon aus, dass es schon sehr bald eine Alternative zum Streusalz gibt», erklärt Johnny Ewerst. Problem des Zuckers ist auch seine Lagerung: «Es ist unmöglich, mehrere Tonnen Zucker einfach in einem Lager anzuhäufen.»

Bio-Granulate als Alternative zu teuer

Bisher sind auch andere Ideen zum Ersatz von Streusalz nicht ausgereift, erklärt Johnny Ewerst. Das gilt auch für Bio-Granulate, die durch eine wärmeerzeugende Reaktion Glatteis und Schnee wegschmelzen. «Diese kleinen Kügelchen sind geeignet, um einen Eingang oder eine Zugangstreppe zu enteisen, aber auf großen Flächen ist Granulat einfach zu teuer.»

Für das Arrondissement Luxemburg würde der Einsatz auf den Straßen das Sechs- bis Siebenfache des Streusalzpreises kosten. Das Salz für die Region im Zentrum des Landes schlägt mit etwa einer Million Euro pro Winter zu Buche.

Reserven verdoppelt

Gegen einen möglichen Streusalzmangel wie im vergangenen Winter hat die Straßenbauverwaltung allerdings vorgesorgt und die Reserven im Vergleich zu 2009 verdoppelt. 6 000 Tonnen lagern derzeit im Depot in Mertert.

(sb/L'essentiel Online)

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