Ohne Fahrbahn-Markierung – Mobileye präsentiert neuen Spurhalteassistenten
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Ohne Fahrbahn-MarkierungMobileye präsentiert neuen Spurhalteassistenten

Bisher sind Spurhalteassistenten auf deutliche Fahrbahnmarkierungen angewiesen. Die Intel-Firma Mobileye hat auf der CES in Las Vegas nun ein neues System vorgestellt.

Ein selbstfahrendes Auto des zum Chip-Riesen Intel gehörenden Roboterwagen-Entwicklers Mobileye fährt für einen Test durch München.

Ein selbstfahrendes Auto des zum Chip-Riesen Intel gehörenden Roboterwagen-Entwicklers Mobileye fährt für einen Test durch München.

DPA/Paul Günther

Elektroautos des VW-Konzerns bekommen als erste einen Spurhalte-Assistenten der Intel-Firma Mobileye, der auch ohne die sonst nötigen Fahrbahn-Markierungen funktioniert. Statt sich von weißen Linien auf der Straße leiten zu lassen, folgt das System auf Basis zuvor gesammelter Daten der Linie, die andere Fahrzeuge auf dieser Straße fuhren. Allein im vergangenen Jahr seien Informationen zu vier Milliarden Kilometern dazugekommen, teilte Mobileye am Dienstag auf der Technik-Messe CES in Las Vegas mit.

Herkömmliche Spurassistenten könnten heute nur auf Rund der Hälfte der Fahrkilometer eingesetzt werden, gab Mobileye-Manager Johann Jungwirth zu bedenken. Grund sei nicht nur, dass die Markierungen fehlten, sondern zum Beispiel auch, weil sie durch Regen, Schnee oder Verschmutzung für die Kameras des Fahrzeugs nicht zu erkennen seien.

Auf der CES stellte Mobileye auch ein Chipsystem für autonomes Fahren mit dem Namen EyeQ Ultra vor. Mit der Markteinführung in ersten Fahrzeugen rechnet Mobileye ab 2025. «Autonomes Fahren wird mit einem EyeQ Ultra Chip möglich, man hat dann in der Regel nur noch einen zweiten Prozessor, der etwas kleiner ist, für Redundanz», sagte Jungwirth. Die Zeit selbstfahrender Autos breche nun tatsächlich an: «Ich sehe nichts, was uns aufhalten kann, weder regulatorisch, noch technisch, noch was die Kundenakzeptanz angeht.»

Seine selbstfahrenden Testautos schickt Mobileye inzwischen nicht nur in Tel Aviv und München, sondern auch in Paris und Tokio auf die Straße. EyeQ Ultra setzt auf Rundum-Sicht mit elf Kameras sowie zusätzlich auf Daten von Radar-Sensoren und Lidar genannten Laser-Radaren. «Ich sehe in den nächsten drei bis fünf Jahren keine technische Möglichkeit, ein System auf den Markt zu bringen, das nur kamerabasiert ist», sagte Jungwirth, der zuvor unter anderem bei Mercedes, Apple und Volkswagen gearbeitet hatte. «Wir sagen aber nicht, dass es niemals gehen wird.»

Unter anderem Tesla-Chef Elon Musk zeigt sich stets überzeugt, dass Kameras ausreichen und Laser-Radar ein teurer Irrweg seien. Seit dem vergangenen Jahr rüstet die US-Marke all seine Autos nur noch mit Kameras aus, verspricht aber, dass damit trotzdem jeder Tesla für das autonome Fahren gerüstet sei. Die nötige «Full Self Driving» genannte Software wird aktuell bei ausgewählten Kunden getestet und funktioniert nach Freigabe auf jedem Tesla, der das Paket für autonomes Fahren gebucht hat. Auch ein Abo-Modell ist für die Zukunft im Gespräch.

Die meisten Entwickler von Roboterauto-Technik betrachten sie aber vorerst als unverzichtbar. Die Technik tastet das Umfeld der Wagen ab und kann es auch bei schlechten Sichtverhältnissen erfassen.

(L'essentiel/dpa)

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