OSZE-Beobachter – Moskau verhandelt mit den Separatisten
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OSZE-BeobachterMoskau verhandelt mit den Separatisten

Russland führt nach eigenen Angaben im Fall der festgesetzten OSZE-Beobachter Gespräche mit den militanten Separatisten in der Ostukraine. Dauer und Ergebnis seien offen.

«Die Freilassung zieht sich hin», sagte Russlands OSZE-Botschafter Andrej Kelin am Samstag der Agentur Itar-Tass. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hatte am Samstagnachmittag keine neuen Informationen zum Verbleib der verschwundenen Beobachter.

Separatistenführer Wladimir Rogow hatte am Samstagnachmittag gesagt, die vier seit Montag festgehaltenen Männer aus der Schweiz, Dänemark, Estland und der Türkei stünden unter «Spionageverdacht». «Wir unterhalten ständigen Kontakt mit der OSZE-Mission. Sie weiss Bescheid, dass mit ihren Jungs alles okay ist», sagte Rogow.

Russland fordert Ende der Offensive gegen Separatisten

Ein anderer Sprecher der Aktivisten betonte, möglicherweise würden die Beobachter gegen inhaftierte Gesinnungsgenossen ausgetauscht. Ein weiteres Team mit vier Beobachtern und einem ukrainischen Übersetzer wird seit Donnerstag in der krisengeschüttelten Ex-Sowjetrepublik vermisst.

Die russische Tageszeitung «Kommersant» schrieb unter Berufung auf die OSZE, das Mandat des deutschen OSZE-Ukraine-Beauftragten Wolfgang Ischinger sei mit der ukrainischen Präsidentenwahl am 25. Mai abgelaufen. Ischinger hatte nach seiner Ernennung im Mai dreimal den Runden Tisch zur nationalen Einheit moderiert.

Gefechte in Slowjansk

Das russische Außenministerium sprach sich für eine Fortsetzung dieser Dialogrunden aus. Dabei sollten alle politischen Kräfte und alle Regionen des Landes vertreten sein, unterstrich ein Sprecher des Außenministeriums in Moskau. Er forderte die Führung in Kiew erneut zum sofortigen Ende des «Anti-Terror-Einsatzes» gegen Separatisten auf.

Im Zentrum neuer Gefechte zwischen ukrainischen Sicherheitskräften und Separatisten stand am Samstag erneut die Stadt Slawjansk im Osten der Ukraine. Hier seien beim nächtlichen Vorrücken von Regierungseinheiten zwei Zivilisten erschossen und vier verletzt worden, sagte ein Sprecher der militanten Aktivisten. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es nicht.

(L'essentiel/sda)

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