Ägypten – Mubarak bleibt im Amt

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ÄgyptenMubarak bleibt im Amt

Um 21.45 Uhr trat Präsident Hosni Mubarak vor die Medien. Sofort zurücktreten will er aber nicht. Einen Teil seiner Amtsgeschäfte übernimmt Vize Omar Suleiman.

Die Menschen auf dem Tahrir-Platz starrten still und leise auf die TV-Bildschirme. Doch der erwartete, sofortige Rücktritt von Hosni Mubarak findet nicht statt. Er wolle die Verantwortung für das Land bis im September weiterhin übernehmen, erklärte der Präsident am Donnerstagabend. Einen Teil seiner Amtsgeschäfte wird er an seinen Vize Omar Suleiman übergeben.

Er akzeptiere kein Diktat aus dem Ausland, sagte Mubarak: «Ich sage klipp und klar: Ich werde nicht mehr fürs Präsidentenamt kandidieren. Und ich werde die Verantwortung weiterhin schultern, bis eine neue Regierung demokratisch gewählt ist im September.»

«Ich fühle denselben Schmerz wie ihr»

An die Adresse der Demonstrierenden sage er: «Alle, die sich als Märtyrer fühlen, euer Blut ist nicht umsonst vergossen. Ich werde die bestrafen, die der Jugend Unrecht zugefügt haben.
Ich verspreche, alle meine Versprechen zu erfüllen. Ich glaube an die Echtheit und Legitimität eurer Forderungen.»

Mubarak will friedliche Machtübergabe

Er habe eine klare Vision erarbeitet für die nächste Zeit: «Es wird eine friedliche, verantwortungsvolle Machtübergabe geben. Und ich werde das überwachen.»

Der Rede vorausgegangen waren Gespräche von Mubarak mit seinem Stellvertreter Omar Suleiman und Regierungschef Ahmed Shafik. Mehrere Medien hatten am Nachmittag berichtet, Mubarak trete ab. Der US-Sender ABC berichtete, Generalstabschef Sami Eman habe einem ihrer Reporter gesagt: «Es endet heute nacht». Der US-Sender NBC meldete unter Berufung auf zwei Quellen in der ägyptischen Regierung ebenfalls, dass Mubarak in der Nacht zurücktrete.

Am Abend hatten sich in Erwartung eines Rückzugs Mubaraks auf dem zentralen Tahrir-Platz in Kairo tausende von Demonstranten versammelt.

L'essentiel Online/20min.ch/uwb

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