Ex-Präsident vor Gericht – Mubarak ist auf dem Weg zum Prozess
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Ex-Präsident vor GerichtMubarak ist auf dem Weg zum Prozess

Trotz schlechtem Gesundheitszustand erscheint Hosni Mubarak persönlich bei seinem Prozess in Kairo. Er soll für den Tod von zahlreichen Demonstranten verantwortlich gewesen sein.

Der Käfig für Hosni Mubarak wird am 31. Juli im Gerichtssaal von Kairo auf Vordermann gebracht.

Der Käfig für Hosni Mubarak wird am 31. Juli im Gerichtssaal von Kairo auf Vordermann gebracht.

DPA

Der ehemalige ägyptische Präsident Hosni Mubarak ist in Kairo eingetroffen. In der ägyptischen Hauptstadt beginnt heute der Prozess gegen der 83-jährigen. Dies berichtet das ägyptische Fernsehen.

Davor sei der 83-Jährige zum Flugplatz des Ferienortes Scharm el Scheich am Roten Meer gebracht worden, wo er im Spital war. Von dort hatte er den Flug in die Hauptstadt angetreten, berichtete ein Sicherheitsbeamter.

Vor der Polizeiakademie in Kairo, wo der Prozess stattfindet, standen mehr als tausend Polizisten und Soldaten etwa 50 Mubarak-Anhängern gegenüber. Fast 600 Personen - Anwälte, Familienangehörige der Opfer und Journalisten - werden dem Prozess beiwohnen.

Dem Anfang des Jahres gestürzten Staatschef, seinem früheren Sicherheitschef Habib al-Adli sowie sechs ranghohen Polizeioffizieren wird vorgeworfen, Befehle gegeben zu haben, die zum Tod von Demonstranten führten. Zusammen mit Mubarak sollen auch seine Söhne Alaa und Gamal vor Gericht gestellt werden.

Amnesty fordert fairen Prozess

Amnesty International forderte vor Beginn der Gerichtsverhandlung einen fairen Prozess für den gestürzten ägyptischen Staatschef. Das Verfahren sei eine «historische Möglichkeit» für das Land, einen früheren Machthaber für die unter seiner Herrschaft begangenen Verbrechen zu belangen, erklärte die Menschenrechtsorganisation.

Der Prozess biete auch Gelegenheit, den Führungszirkel Mubaraks zur Rechenschaft zu ziehen, sagte Malcolm Smart, Amnesty-Direktor für Afrika und den Nahen Osten. Damit das Verfahren aber ein «bedeutsamer Bruch» mit der Straflosigkeit für frühere Machthaber sei, müsse das Verfahren «transparent und fair» ablaufen.

Auch Familien, die während der Proteste zu Jahresbeginn Angehörige verloren haben, müssten den Prozess fair beurteilen.

Unter dem Druck von wochenlangen Massenprotesten war Mubarak im Februar zurückgetreten und hatte sich nach Scharm el Scheich zurückgezogen. Dort kam er im April wegen Herzproblemen ins Spital, wo er seitdem unter Arrest steht.

(L'essentiel online/dapd)

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