Saarland: Müssen Gründerzeithäuser im «Nauwieser» bald neuem Wohnraum weichen?

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SaarlandMüssen Gründerzeithäuser im «Nauwieser» bald neuem Wohnraum weichen?

SAARBRÜCKEN – Am ersten Januar wird das Rennen um den Kauf zweier baufälliger aber markanter Gebäude im «Nauwieser Viertel» zwischen den potenziellen Investoren eröffnet. Wichtiges Kriterium bei der Vergabe sei die Schaffung von Wohnraum.

von
Jana Knoblich
Für den Festpreis von 667.000 Euro sollen die Gebäude verkauft werden.

Für den Festpreis von 667.000 Euro sollen die Gebäude verkauft werden.

Yannick Endres

Die Stadtverwaltung Saarbrückens will nach langer Uneinigkeit die Weichen für die Zukunft zweier maroder Gründerzeithäuser stellen, welche sich am Eingang des «Nauwieser Viertels» befinden. Wie der Saarländische Rundfunk (SR) berichtet, stammen die beiden umstrittenen Gebäude aus dem 19. Jahrhundert und gehören für die Einheimischen zum Gesicht des Viertels dazu. Umso größer ist die Befürchtung, Investoren könnten die markanten Häuser abreißen, deren Zustand von der Stadtverwaltung als «desolat» bezeichnet wird. Sanierungskosten könnten in die Millionen gehen.

Demgegenüber steht die Bürgerinitiative «Viertel retten!» und die SPD im Stadtrat. Aus deren Sicht sind die Immobilien «prägend und erhaltenswert», wie der SR zitiert. Die Stadt habe ein Konzept ausgearbeitet, nach dem die Gebäude vergeben werden sollen. Dadurch soll der Verkauf den städtebaulichen Zielen Saarbrückens am besten gerecht werden, heißt es im Bericht der Saarbrücker Zeitung (Bezahlschranke). Laut SPD würde dieses Konzept den Investoren zu viel Spielraum lassen, um die Gebäude abzureißen.

Fläche von 587 Quadratmetern

Das mit der Konzeptvergabe verfolgte Ziel für das «Nauwieser Viertel», das vor allem CDU und Grüne begrüßen, sei die Vorbeugung der Verdrängung von Wohnraum. In diesem Sinne sollten die Grundstücke der Nauwieserstraße 14 bis 18, die eine Gesamtfläche von 587 Quadratmetern aufweisen, auch genutzt beziehungsweise vergeben werden.

Der Hauptstreitpunkt ist nun die Frage, wie stark der Erhalt der Gebäude in der Konzeptvergabe gewichtet wird. Laut Vorlage der Verwaltung soll der Erhalt bei der schlussendlichen Vergabe zehn Prozent der Gesamtbewertung ausmachen. Die städtebauliche Qualität eines möglichen Neubaus würde höher gewichtet werden.

Festpreis von 667.000 Euro

Das Auswahlverfahren für den Investor soll am ersten Januar 2023 starten. Ein Ergebnis wird frühestens im Mai erwartet. Die Gebäude sollen zum Festpreis von 667.000 Euro verkauft werden.

Laut Saarbrücker Zeitung wünscht sich der der städtische Gebäudemanagementbetrieb GMS, dass durch den Verkauf der Häuser in erster Linie Wohnmietfläche geschaffen wird. Sozialer, bezahlbarer und barrierearmer Wohnraum seien weitere Faktoren. Zudem werde angestrebt, die Wohnfläche für Familien und Studenten zugänglich zu machen.

Gewichtung der Konzeptvergabe

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