Öffentlicher Dienst – Müssen Lehrer wirklich Beamte sein?

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Öffentlicher DienstMüssen Lehrer wirklich Beamte sein?

LUXEMBURG – Der Vizepräsident des Wirtschafts- und Sozialrats spricht sich für eine Reform des Beamtenstatus aus.

Gary Kneip, früherer Präsident des CLC, wirbelt mit seiner Forderung nach einer Reform des Beamtenstatus gehörig Staub auf.

Gary Kneip, früherer Präsident des CLC, wirbelt mit seiner Forderung nach einer Reform des Beamtenstatus gehörig Staub auf.

Gary Kneip will nicht weniger als eine heilige Kuh schlachten: Er fordert, dass der Beamtenstatus in Luxemburg in Frage gestellt wird. «In Sachsen sind Lehrer meist keine Beamten und sie haben trotzdem gute PISA-Ergebnisse», sagt der frühere Präsident des Luxemburgischen Handelsverbands (CLC) und nunmehrige Vizepräsident des Wirtschafts- und Sozialrats (CES).

«Muss es sein, dass ein Lehrer den Beamtenstatus hat, mit allen Privilegien, die das mit sich bringt?», fragt er sich. «Aber es geht um mehr als nur Lehrer. Die Schweiz hat 2010 eine radikale Reform durchgeführt und nur mehr jenen den Beamten-Status zugesprochen, die mit Funktionen in Zusammenhang mit der Landeshoheit (Polizei, Justiz etc.) betraut sind.»

Schluss mit den Vorzügen?

Laut Kneip würden sich die Leistungen der Beamten verbessern, wenn der Staat ein normaler Arbeitgeber wäre. «Wenn ich Staatsbeamter bin, mit meinen Privilegien, würde ich dann meinen Job aufgeben, um in die Privatwirtschaft zu gehen? Wenn wir uns für einen Austausch zwischen öffentlichem und privatem Sektor aussprechen wollen, dann muss man ein neues Statut für Beamte schaffen.»

Das Ende der sozialen Errungenschaften könnte auch andere Vorteile mit sich bringen. «Es ist ja vorstellbar, dass der Staat, wie alle Arbeitgeber, seinen Mitarbeitern Vorteile wie eine Kündigungsfrist, die über den gesetzlichen Rahmen hinausgeht, gewährt. Aber diese Privilegien, wie die Garantie für einen lebenslangen Arbeitsplatz und andere soziale Errungenschaften sind nicht mehr zeitgemäß.»

(Jérôme Wiss)

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