Luxemburg – Mutter muss sich für Tod von Bianka verantworten

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LuxemburgMutter muss sich für Tod von Bianka verantworten

PETINGEN – Im Juli 2015 verschwand die damals neun Tage alte Bianka Bisdorff und wurde nie gefunden. Für die Justiz bleibt ihre Mutter die Hauptverdächtigen.

Die Staatsanwaltschaft will Biankas Mutter anklagen.

Die Staatsanwaltschaft will Biankas Mutter anklagen.

Der Fall der verschwundenen Bianka gehört in Luxemburg zweifelsohne zu den bewegendsten der vergangenen Jahre: Am 3. Juli 2015 eröffnete die luxemburgische Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren wegen des «beunruhigenden Verschwindens» der kleinen Bianka B., die nur knapp einen Monat zuvor, am 6. Juni, desselben Jahres geboren wurde.

Offiziell gilt der Säugling seit dem 2. Juli 2015 als vermisst. Vorausgegangen war ein Sorgerechtsentzug durch das Familiengericht. Die junge Mutter hatte sich daraufhin geweigert Bianka in die Obhut des Jugendamtes zu übergeben und jegliche Auskunft über den Verbleib des Säuglings verweigert. Wenige Stunden danach wurde die Mutter verhaftet und saß bis September 2016 in Untersuchungshaft in Schrassig. Der Weiher in Linger, in dessen Nähe die Mutter zuletzt am 15. Juli 2015 mit dem Baby gesehen wurde, war teilweise geleert und von Tauchern durchgekämmt worden. Auch die umliegenden Häuser wurden durchsucht – ohne Ergebnis. Bis heute fehle jede Spur der kleinen Bianka.

Staatsanwaltschaft erhebt Anklage

Die Mutter wurde im September 2016 gegen Kaution freigelassen. Fünf Jahre nach den Ereignissen – und obwohl das kleine Mädchen nie gefunden wurde – erklärt die luxemburgische Justiz an diesem Donnerstag, dass «die gerichtliche Untersuchung Ende 2019 abgeschlossen wurden». Nach einer gründlichen Analyse des Falles «beabsichtigt der Staatsanwalt, nun Anklage gegen die Mutter zu erheben», heißt es in einer Erklärung. Einen Termin für die Verhandlung wurde noch nicht bestimmt.

Bereits am 9. Juli 2015 wurde die gerichtliche Untersuchung ausgedehnt auf Kindestötung, Mord, Körperverletzung und Kindesentziehung. Im Raum steht außerdem auch eine Aussetzung mit Todesfolge (Kindesvernachlässigung).

(nc/L'essentiel)

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