«Akkustik-Attacken» – Mysteriöse Krankheitsfälle kommen auf den Tisch

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«Akkustik-Attacken»Mysteriöse Krankheitsfälle kommen auf den Tisch

Auf Wunsch Kubas hat ein Treffen zur Klärung der erkrankten US-Diplomaten stattgefunden. Dies zu einer Zeit, in der sich das Verhältnis beider Länder verschlechtert hat.

Inmitten wachsender Spannungen zwischen den USA und Kuba traf sich der amerikanische Außenminister Rex Tillerson mit seinem kubanischen Amtskollegen Bruno Rodríguez. Sie sprachen über seltsame Verletzungen, die US-Diplomaten in Havanna zugefügt worden sind. Nach der Zusammenkunft der Topdiplomaten in Washington äußerte sich zunächst keiner von ihnen öffentlich.

Der Verband der Mitarbeiter des US-Außenamtes AFSA hatte Anfang September mitgeteilt, Betroffene hätten dauerhaft ihr Gehör verloren sowie leichte traumatische Gehirnschäden erlitten. Außerdem seien Gleichgewichtsstörungen oder Kopfschmerzen diagnostiziert worden. Es ist von Hirnschäden die Rede.

Nicht in Vorfälle verwickelt

Die Ursache dafür ist noch unklar, amerikanische Regierungsbeamte verdächtigen mysteriöse Schallwellen. Nach Darstellung des US-Außenministeriums wurden die ersten Fälle Ende 2016 bekannt. Mindestens 19 Menschen sollen betroffen sein.

Washington wies als Reaktion zwei kubanische Diplomaten aus den USA aus. In der Vergangenheit sprach Tillerson in dem Zusammenhang von «Gesundheitsattacken». Die kubanische Regierung versicherte dagegen, in die Vorfälle nicht verwickelt zu sein und habe keine Ahnung, was geschehen sei.

Der stellvertretende US-Außenminister John Sullivan sagte am Dienstag im Kongress, es gebe den berechtigten Verdacht, dass die kubanischen Behörden entweder in die Vorfälle in der Botschaft eingebunden gewesen seien. Oder, dass sie mindestens davon gewusst hätten. Kuba lässt die amerikanischen Diplomaten in seinem Land streng überwachen. Da so viel unklar sei, sei der Verdacht gegen Kuba aber auch nicht sicher, sagte Sullivan.

Kubanische Ärzte für Puerto Rico

Das Treffen am Dienstag kam auf Wunsch Kubas zustande. Der Außenminister bot als Zeichen guter Nachbarschaft vorab an, Ärzte und humanitäre Hilfe in das durch einen Hurrikan stark zerstörte Puerto Rico zu schicken. In der UNO-Vollversammlung vergangene Woche kritisierte er ungeachtet davon trotzdem den Kurs der Regierung von US-Präsident Donald Trump gegenüber Kuba.

Das Verhältnis zwischen beiden Ländern hatte sich nach einer Phase der Entspannung zuletzt wieder verschlechtert. Präsident Donald Trump brach mit der Politik seines Vorgängers Barack Obama und schränkte die Reisebestimmungen nach Kuba wieder ein.

(L'essentiel/roy/sda)

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