Rheinland-Pfalz: Nach einer Serie von Gewaltverbrechen – 31-Jähriger steht nun vor Gericht

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Rheinland-PfalzNach einer Serie von Gewaltverbrechen – 31-Jähriger steht nun vor Gericht

TRIER/TRABEN-TRARBACH – Weil er immer wieder unter Alkoholeinfluss randaliert und Menschen beleidigt und verletzt haben soll, steht ein 31-Jähriger seit dem gestrigen Dienstag vor Gericht. Das Verfahren wird von einem psychiatrischen Sachverständigen begleitet.

Handcuffed men

Der aus Syrien stammende Angeklagte hatte in seiner Heimat nie Kontakt zu Alkohol. (Symbolbild)

Getty Images/iStockphoto

Seit dem gestrigen Dienstag sitzt ein 31-Jähriger vor der Ersten Großen Kammer des Trierer Landgerichts. Der Angeklagte stammt aus Syrien und soll in seinem moslemischen Heimatland nie Alkohol konsumiert haben, wie der Trierische Volksfreund (Bezahlschranke) berichtet. Dies soll sich geändert haben, als der Mann 2015 nach Deutschland kam, um dem Krieg in seiner Heimat zu entgehen. Obwohl er in Deutschland einen vorbildlichen Start samt Sprachkurs und beruflicher Tätigkeit hingelegt hat, geriet er in die Abwärtsspirale der Alkoholsucht, die sein gesamtes Wesen verändert haben soll.

Nun muss sich der Angeklagte wegen neun Vorfällen verantworten, die sich 2020 in Traben-Trarbach zugetragen haben sollen. Es ist eine auffallend umfangreiche Anklage, die der Staatsanwalt vorbringt. Vor allem Strafbestände der Beleidigung, der Sachbeschädigung und der sowohl versuchten als auch vollendeten Körperverletzung stechen hervor.

Die konkreten Anklagepunkte:

In der Nacht zum 17. August

24. September

26. Oktober

27. Oktober

Der Angeklagte verteidigte sich mit den Worten, er würde von verschiedenen Personen verfolgt werden. Derzeit befindet er sich in einer psychiatrischen Einrichtung und auch das Verfahren wird von einem psychiatrischen Sachverständigen begleitet, so der Trierische Volksfreund. Wie die Vorsitzende Richterin Petra Schmitz am Dienstag verlesen hat, begann alles im Sommer 2020 in der Wohnung des Angeklagten, als es zum Streit zwischen ihm, einer Frau und den Nachbarn kam. Die Auseinandersetzung soll mit zertrümmertem Mobiliar und einem brennenden Wohnzimmer geendet haben.

Weil schon damals ein erhöhter Alkoholpegel festgestellt worden sei, sprach der Sachverständige von einem «pathologischen Rausch». Das Amtsgericht Bernkastel-Kues hatte seinerzeit einen Entzug angeordnet, mit anschließender Beaufsichtigung samt Alkoholverbot. Die Maßnahmen blieben erfolglos. Die geschilderte Tat vom 17. August beging der Angeklagte nach Beendigung des Entzugs und stand dennoch unter Alkoholeinfluss. Darauf folgten die weiteren Taten.

Am 6. Dezember geht das Verfahren in die nächste Runde.

(jfk)

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