BüVerbotene Waffen – Nach Giftgasangriff – Krankenhaus bombardiert
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BüVerbotene WaffenNach Giftgasangriff – Krankenhaus bombardiert

Gegen Bewohner einer Stadt in Nordwestsyrien – darunter viele Kinder – wurde ein chemischer Kampfstoff eingesetzt. Später wurde das behandelnde Krankenhaus angegriffen.

Viele Kinder unter den Toten</h3> Wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte heute mitteilte, waren unter den Toten des Giftgasangriffes in der Stadt Chan Scheichun in der nordwestlichen Provinz Idlib auch mindestens elf Kinder. Dutzende weitere Menschen litten demnach nach dem Angriff unter Atembeschwerden und anderen Symptomen. Andere Aktivisten berichten von mindestens 200 Verletzten. Es werde damit gerechnet, dass die Zahl der Opfer noch deutlich höher ausfallen könnte, weil das Ausmaß der Attacke noch nicht klar sei, hieß es. Die oppositionelle Syrische Nationalkoalition erklärte, syrische oder russische Kampfjets hätten Raketen mit Giftgas abgefeuert. Es sei eine der verheerendsten Attacken im sechsjährigen Bürgerkrieg. <h3>Bewusstlosigkeit, Erbrechen, kleine Puppillen</h3> Die Stelle äußerte sich zunächst auch nicht dazu, welches Gift bei dem Angriff eingesetzt wurde. Ärzte aus der Stadt hätten von Symptomen wie Bewusstlosigkeit und Erbrechen berichtet. Ein Arzt, der Verletzte in einem Krankenhaus in der Nähe des Angriffs betreut sagte der «<a href="http://www.bild.de/politik/ausland/syrien/syrien-chemiewaffen-einsatz-51140996.bild.html" target="_blank">Bild Zeitung</a>», beim Gift handle es sich sehr wahrscheinlich um Sarin. Die Zeitung zitiert den Mediziner so:«Wir haben keinen Zweifel, dass es eine Form von Phosphor-Angriff war. (...) Das führt zu einer Verkleinerung der Pupillen, was wir bei allen Patienten gesehen haben. Das andere Giftgas, das häufig genutzt wird, ist Chlor. Chlorgas hat jedoch einen starken Geruch und löst bei den Patienten vollkommen andere Symptome aus.» <h3>Fotos und Videos als Belege</h3> Von Aktivisten verbreitete Fotos zeigten zwei Männer mit Schaum vor dem Mund und Rettungskräfte der syrischen Weißhelme, die Verletzte mit Wasserschläuchen abwuschen. Das Idlib-Medienzentrum veröffentlichte ein Video, in dem ein nicht ansprechbarer Mann zu sehen war, der offenbar intubiert wurde. Auch ein kleines Mädchen wurde gefilmt, das Schaum vor dem Mund hat und beatmet wird. Andere rangen in den Aufnahmen offenbar um Atem. Die Beobachtungsstelle für Menschenrechte, die den bewaffneten Rebellen nahesteht, stützt sich auf ein Netz von Informanten in Syrien. Von unabhängiger Seite sind ihre Angaben nur schwer zu überprüfen. <h3>Zuflucht für Rebellen

(L'essentiel/rub/sda)

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