Stellungnahme der Royals: Nach Mobbing-Skandal verlässt Prinz Christian von Dänemark Elite-Internat

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Stellungnahme der RoyalsNach Mobbing-Skandal verlässt Prinz Christian von Dänemark Elite-Internat

Seit 1565 gilt Herlufsholm als eine der Top-Privatschulen Dänemarks. Nachdem kürzlich Fälle von körperlicher Gewalt enthüllt wurden, zieht die Königsfamilie nun Konsequenzen.

von
Katrin Ofner
Prinz Christian von Dänemark verlässt das Elite-Internat Herlufsholm.

Prinz Christian von Dänemark verlässt das Elite-Internat Herlufsholm.

imago images/Ritzau Scanpix

Prinz Christian von Dänemark wird nicht länger das Elite-Internat Herlufsholm besuchen. Auch der Wechsel seiner Schwester, Prinzessin Isabella (15), am Ende der Sommerferien werde nicht stattfinden. Das teilten ihre Eltern, Kronprinz Frederik (54) und Kronprinzessin Mary (50), jetzt in einem Statement auf Instagram mit. «In Anbetracht des Gesamtbildes und unserer besonderen Stellung als Kronprinz und Kronprinzessin haben wir beschlossen, dass Prinz Christian nicht in Herlufsholm bleiben und dass auch Prinzessin Isabella nach den Sommerferien nicht in die neunte Klasse dieser Schule gehen wird», heißt es.

Es sei ein schwieriger Prozess «für unsere Familie» gewesen. «Wir hoffen, dass die Schule sich nun die Zeit nimmt, um die notwendigen Veränderungen vorzunehmen und eine Kultur zu schaffen, in der sich alle wohl und sicher fühlen können.» Im Laufe des Sommers wolle das Kronprinzenpaar zusammen mit ihren Kindern «eine Entscheidung über ihre zukünftige Schulwahl treffen», schreiben die Royals abschließend.

Mitschüler verhaftet, Direktor gekündigt

Der Grund hinter dem Schulwechsel: schockierende Missstände in dem über 400 Jahre alten Internat. Anfang Mai 2022 deckte die Dokumentation «Herlufsholms Hemmeligheder» (zu deutsch: «Herlufsholms Geheimnisse») des dänischen Senders TV2 Mobbing, Gewalt und sexuelle Misshandlungen innerhalb der Schule in der Nähe der Stadt Næstved auf. Darin sprachen 50 ehemalige Schülerinnen und Schüler über ihre Erlebnisse. Kurz nach der Ausstrahlung überschlugen sich die Ereignisse: Der Rektor Mikkel Kjellberg musste seinen Posten räumen, die Polizei wurde eingeschaltet und erst kürzlich trat der gesamte Vorstand zurück. Zudem wurden umfassende Reformen angekündigt. 

Nach der Veröffentlichung der Doku ließ das Kronprinzenpaar in einer öffentlichen Mitteilung verlauten: «Wir werden die Veränderungen, die in der nächsten Zeit eindeutig notwendig sind, überwachen.» Dass sie ihren 16-jährigen Sohn, der seit 2021 das Internat besucht, allerdings nicht gleich von der Schule nahmen, sorgte in Dänemark für heftige Kritik. Vor allem von der Kronprinzessin, die sich mit ihrer Wohltätigkeitsorganisation Mary Fonden gegen Mobbing einsetzt, wurde von der Bevölkerung mehr erwartet. 

Untersuchungen dauern bis Oktober an 

In ihrem am Sonntag veröffentlichten Statement heißt es zu ihrem Abwarten, ihnen sei es wichtig gewesen, «an unserem Grundgedanken festzuhalten, dass wichtige Entscheidungen auf informierter Basis getroffen werden müssen. Diese Basis haben wir jetzt.»

Die Untersuchungen in Herlufsholm laufen derzeit weiter. Am 8. Juni 2022 teilte das Internat auf seiner offiziellen Webseite mit, dass ein Anwalt für die Untersuchungen gefunden wurde: «Die dänische Anwaltskammer hat Rechtsanwalt Henrik Græsdal mit einer Untersuchung der Übergriffe auf Schüler des Internats Herlufsholm von August 2018 bis Mai 2022 beauftragt.» Die Untersuchung werde voraussichtlich am 1. Oktober 2022 abgeschlossen sein, eine Zusammenfassung der Ergebnisse solle in Form eines Berichts erfolgen.

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