Bunga-Bunga-Fotos – Nackt-Bilder von Berlusconi hoch im Kurs

Publiziert

Bunga-Bunga-FotosNackt-Bilder von Berlusconi hoch im Kurs

Die italienische Justiz wollte Ermittlungen zu angeblichen Nacktfotos von Italiens Premierminister Silvio Berlusconi aufnehmen. Seine Anwälte legten sofort Einspruch ein.

Fabrizio Corona (rechts) will wissen, wer Nacktbilder von Silvio Berlusconi verkauft.

Fabrizio Corona (rechts) will wissen, wer Nacktbilder von Silvio Berlusconi verkauft.

In Italien herrscht Medienkrieg. Seit Tagen geben sich italienische Zeitungen und Magazine einem frenetischen Bieterkampf hin. Es geht darum, wer die angeblichen Nacktbilder von Silvio Berlusconi veröffentlichen wird. Gäste der wilden Sexpartys des «Cavaliere» wollen pikante Fotos geschossen haben. Es soll sich um «obszöne» Aufnahmen des italienischen Premierministers in Begleitung junger Damen handeln.

Überraschenderweise meldete sich in der Affäre ein alter Bekannter zurück: Fabrizio Corona, jener Paparazzo, der im Jahr 2007 in Haft saß, weil er Prominente mit Nacktbildern erpresst hatte. Corona behauptete in einer TV-Sendung, dass die Camorra in Neapel die Bilder gekauft habe. Diese würden nun angeboten – der Preis sei Verhandlungssache. Er wisse aber von Vertretern einer «renommierten Zeitschrift», die nach Neapel gereist seien, um für die Bilder zu bieten.

Corona bestätigte gleichzeitig, dass in seiner Fotoagentur eingebrochen worden sei. Man habe CD-Roms und Computer gestohlen. Doch in den letzten Tagen änderte er die Version: Während er am Anfang noch andeutete, dass die Einbrecher «auf der Suche nach Berlusconi-Bildern» gewesen waren, behauptet er nun, der Einbruch habe mit den Bildern des Staatschefs gar keinen Zusammenhang. «Ich habe keine Nacktbilder von Berlusconi».

Eine Million Euro schon geboten

Das Angebot für die pikanten Bilder habe bei einer Million Euro begonnen, will die britische Zeitung «The Telegraph» inzwischen in Erfahrung gebracht haben. Über den aktuellen Kaufpreis gebe es aber keine weitere Auskunft. Doch noch bevor die Bilder in die Medien geraten könnten, meldeten sich Berlusconis Anwälte bei der Justiz.

Die Fotos seien eine «Fälschung», behaupten sie. «Falls sie existieren, sind sie entweder manipuliert, gefälscht oder gar Fotomontagen», meinen sie. Doch mit dieser Aussage bestätigen sie nur die Gerüchte, wird gemutmaßt.

Die Mailänder Staatsanwaltschaft, die wegen Berlusconis mutmaßlichen sexuellen Beziehung zu der minderjährigen Nachtklub-Tänzerin «Ruby» und Amtsmissbrauchs ermittelt (siehe Info-Box), hatte bei den Teilnehmerinnen der «Bunga-Bunga»-Feten Handys und Computer beschlagnahmt. Jemand wird dabei das eine oder andere Bild geschossen haben.

L'essentiel Online/20min.ch/kle

Staatsanwalt will Prozess

Staatsanwalt Edmondo Bruti Liberati erklärte am Dienstag, er werde am Mittwoch bei Gericht in Mailand die Aufnahme eines Prozesses gegen Premier Berlusconi beantragen. Bis dahin werde die Staatsanwaltschaft entscheiden, ob sich der Premierminister wegen beider Vorwürfe gleichzeitig verantworten müssen soll. Berlusconi wird vorgeworfen, die damals 17-jährige Nachtclub-Tänzerin «Ruby» aus Marokko für Sex bezahlt zu haben. Außerdem soll er seinen Einfluss geltend gemacht und bei der Polizei interveniert haben, nachdem «Ruby» wegen mutmaßlichen Diebstahls festgenommen wurde.

Aus Ermittlungsdokumenten der Staatsanwaltschaft, die dem italienischen Parlament vorgelegt wurden, geht außerdem hervor, dass «eine erhebliche Zahl junger Frauen» sich für Berlusconi prostituiert habe. Unter dem Beweismaterial finden demnach Telefonmitschnitte, in denen angeblich wilde Sexpartys in Berlusconis Villa am Stadtrand von Mailand beschrieben werden. (20min.ch/AP)

Deine Meinung