Luxemburg: Nächste Indextranche müsste schon im Juni kommen

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Luxemburg Nächste Indextranche müsste schon im Juni kommen

LUXEMBURG – Seit 1984 hat das Großherzogtum keine Inflation erlebt wie derzeit. Erneut sind die Preise im April für Energie, Dienstleistungen, Lebensmittel und Reisen gestiegen.

Die Preise im Großherzogtum steigen.

Die Preise im Großherzogtum steigen.

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Eine Inflation von sieben Prozent im Jahresvergleich: Das Statistik-Institut Statec vermeldet damit am Mittwochnachmittag einen Rekordwert wie seit 1984 nicht mehr. Wie viele andere europäische Länder erlebt Luxemburg vor dem Hintergrund der Pandemie und Ukraine-Krieg einen beispiellosen Preisanstieg. Nach den neuesten Statec-Daten stieg der Verbraucherpreisindex im April um weitere 0,8 Prozent.

Wenig überraschend trugen die höheren Energiepreise dazu bei (+5,5 Prozent für Heizöl), auch wenn der Anstieg der Ölpreise im Allgemeinen weniger spektakulär ausfiel als in den Vormonaten (+1,1 Prozent). Der Vergleich mit dem Vorjahr verdeutlicht jedoch die Dynamik des Preisanstiegs: +59 Prozent im Jahresvergleich.

Index würde früher fällig

In Summe müsste dadurch schon im Juni eine neue Indextranche und im ersten Quartal Jahr 2023 eine weitere ausgelöst werden. Nach der Tripartite und der Verabschiedung des «Solidaritéitspak» beschloss die Regierung jedoch, die nächsten beiden fälligen Erhöhungen der Löhne, Gehälter und Renten auf April 2023 und mindestens April 2024 zu verschieben. Im Gegenzug gibt es Ausgleichszahlungen. Damals rechnete man noch mit August 2022 als nächste fällige Tranche.

Es bleibt abzuwarten, ob sich die Rekordinflation fortsetzen wird. Statec ist diesbezüglich aufgrund des Krieges in der Ukraine und der Coronamaßnahmen in China nicht besonders optimistisch. So sei mit einer weiteren Verteuerung der Rohstoffe und einer Störung der Lieferketten zu rechnen. Für das Gesamtjahr 2022 prognostiziert Statec eine Inflation von 5,8 Prozent und für 2023 von 2,8 Prozent.

(th/L'essentiel)

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