Umwelt – Natürliche Vielfalt in «alarmierendem» Zustand

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UmweltNatürliche Vielfalt in «alarmierendem» Zustand

LUXEMBURG – 80 Prozent der Fauna und Flora und zwei Drittel der natürlichen Lebensräume befinden sich in einem besorgniserregenden Zustand.

Die Verantwortlichen des Observatoire de l'environnement naturel legten am Mittwoch einen besorgniserregenden Bericht vor.

Die Verantwortlichen des Observatoire de l'environnement naturel legten am Mittwoch einen besorgniserregenden Bericht vor.

L'essentiel

«Die Zeit wird knapp», warnt François Benoy, Präsident des Observatoire de l'environnement naturel . Die Beobachtungsstelle teilte am Mittwoch mit, dass sich im Großherzogtum 80 Prozent der wildlebenden Tiere und Pflanzen in einer «prekären» Situation befinden.

Vor allem betroffen seien Arten, die in offenem Land – etwa Wiesen – oder in Feuchtgebieten leben. Dazu zählen Fledermäuse, Schmetterlinge und Amphibien. Darüber hinaus seien zwei Drittel der natürlichen Lebensräume – Wälder, felsige Lebensräume, Freiflächen und Feuchtgebiete – in einem schlechten Zustand.

« Wir brauchen einen grundlegenden Wandel »

«Das sind sehr alarmierende Rückschritte, die Situation hat sich weiter verschlechtert», bedauert Gilles Biver, Regierungsberater im Umweltministerium und Mitglied der Beobachtungsstelle, die die Entwicklung im Zeitraum von 2013 bis 2018 auf wissenschaftlicher Basis untersucht hat.

Die Ursachen für das Artensterben: Der Naturschutz findet in der Landwirtschaft und in der Bebauung der Landschaft zu wenig Berücksichtigung. Insbesondere in der Landwirtschaft müsse dringend umgedacht werden, wenn nicht noch weitere Arten verschwinden sollen. Die Art und Weise, mit der zurzeit gewirtschaftet wird, «braucht einen grundlegenden Wandel», wie Benoy sagte. Die Politik müsse Sorge dafür tragen, dass Anreize für eine umweltverträgliche Landwirtschaft geschaffen und Naturschutzgebiete vergrößert werden.

(Olivier Loyens/L'essentiel)

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