Kevin Strickland – Neben der Freiheit wartet fast eine Million US-Dollar

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Kevin StricklandNeben der Freiheit wartet fast eine Million US-Dollar

Über vier Jahrzehnte verbrachte der 62-Jährige zu Unrecht im Gefängnis. Weil er keinen Anspruch auf eine finanzielle Entschädigung hat, haben Tausende Menschen Geld gespendet.

Tausende Menschen haben für einen Mann, der mehr als vier Jahrzehnte unschuldig in den USA hinter Gittern saß, Geld gespendet. Bis Donnerstagmittag (Ortszeit) kamen auf einer Spenden-Website im Netz fast 900.000 Dollar zusammen. Der 62-jährige Kevin Strickland war am Dienstag nach rund 43 Jahren Gefängnis im Bundesstaat Missouri entlassen worden. Er war 1979 wegen einer Gewalttat mit drei Toten zu lebenslanger Haft ohne Möglichkeit auf Bewährung verurteilt worden.

Auf eine Entschädigung hat der Mann keinen Anspruch. Dies wäre in Missouri nur möglich gewesen, wenn das Urteil aufgrund eines DNA-Beweises aufgehoben worden wäre, so die Organisation Midwest Innocence Project. Die Organisation hat auch die Freilassung Stricklands vorangetrieben und nun die Spendenkampagne für ihn ins Leben gerufen. «Nichts, was wir Ihnen geben, kann den Zeitverlust ausgleichen. Ich hoffe nur, dass Ihr Leben dadurch frei von finanziellen Sorgen wird», schrieb eine Spenderin auf der Website. Das Ziel lag bei 150.000 Dollar doch schon in der Nacht auf Donnerstag übertraf der gesammelte Betrag bereits das Doppelte des angedachten Spendenziels.

Endlich das Meer sehen

Stricklands Fall ist eine der längsten unrechtmäßigen Inhaftierungen der US-Justizgeschichte. Es gebe keine Beweise, dass Strickland tatsächlich am Tatort gewesen sei, zudem habe die damalige Hauptzeugin ihre Aussage widerrufen, hatte der zuständige Richter seine Freilassung begründet. Der 62-Jährige hatte stets seine Unschuld beteuert. Der Fall hat viele Menschen in den USA berührt. Strickland hatte das Gefängnis im Rollstuhl verlassen und angekündigt, nun endlich einmal das Meer sehen zu wollen.

(L'essentiel/DPA/roa)

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