Umstrittenes Projekt – Neben Munchs Atelier soll ein UFO-Haus entstehen

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Umstrittenes ProjektNeben Munchs Atelier soll ein UFO-Haus entstehen

Ein norwegischer Künstler will ein auffälliges Haus direkt neben dem einstigen Studio von Edvard Munch bauen. Viele Norweger sind darüber nicht glücklich.

So soll das Haus aussehen.

So soll das Haus aussehen.

snohetta.com

Der norwegische Künstler Bjarne Melgaard hat sich mit den Architekten von Snøhetta zusammengeschlossen und plant direkt neben dem ehemaligen Studio des 1944 verstorbenen Malers Edvard Munch ein außergewöhnliches, UFO-artiges Haus.

Das Haus, das eher an eine Science-Fiction-Skulptur erinnert, nennt der Künstler «A House to Die In». Gebaut werden soll es auf einem Stück Land neben jenem Grundstück, auf dem Munch die letzten 28 Jahre seines Lebens verbracht hat.

Projekt umstritten, Künstler ebenfalls

Munchs Villa wurde in den Sechzigern abgerissen, das Studio aber wurde instand gehalten und bietet heute Raum für 44 Künstler – und nicht alle davon freuen sich über das UFO-Haus. Halvard Haugerud, ein 20-jähriger Künstler, sagte der «New York Times»: «Das ist der Platz, an dem Munch lebte und arbeitete. Das sollte mehr geschätzt werden.»

Melgaard und die anderen Künstler sind nicht überall beliebt. Nachdem sich Befürworter und Gegner diverse Schlagabtausche geliefert hatten, wurden auf dem Grundstück homophobe Graffiti gesprayt – Melgaard ist homosexuell und nimmt dieses Thema häufig in seinen Projekten auf. Außerdem wurden diverse Gegenstände der Künstler zerstört.

Bau steht noch in den Sternen

Aber was soll das UFO-Haus überhaupt für einen Zweck erfüllen? Da sind sich die Künstler nicht ganz einig: Es könnte eine Art Hallenbad geben mit Spa, aber auch ein kleines Restaurant oder ein offenes Gemeinschaftsbüro wären möglich. Die Umsetzung steht aber sowieso in den Sternen: Mindestens drei Regierungsstellen müssen den Bau erst noch absegnen.

(L'essentiel/mst)

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