Corona-Dokumente – Negative Corona-Tests im Darknet angeboten

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Corona-DokumenteNegative Corona-Tests im Darknet angeboten

Im Darknet bieten unzählige Händler gefälschte Corona-Tests und Impf-Bescheinigungen an.

Endlich wieder uneingeschränkt reisen oder kurz ohne Bedenken über die Grenze fahren zu können – davon kann man heutzutage nur träumen. Möglich machen soll dies in Zukunft aber ein Impf-Pass, der anzeigt, ob ein Reisender oder eine Reisende bereits gegen das Coronavirus geimpft ist. Vielerorts dauert es aber noch Wochen oder sogar Monate, bis es jeder impfwilligen Person möglich ist, die Impfung zu erhalten. Das geht einigen zu lange.

Immer mehr Personen treibt es daher auf der Suche nach gefälschten Impf-Pässen, negativen Corona-Tests oder gar nachgemachten oder angeblich echten Impfstoffen ins Darknet. Laut Forschenden des Cyber-Sicherheitsunternehmens Check Point hat sich das Angebot an solchen Impfstoffen dort seit Januar verdreifacht. Angeboten werden unter anderem der Impfstoff von AstraZeneca für rund 460 Euro, jener von Johnson & Johnson für 560 Euro und der russische Impfstoff Sputnik für dieselbe Summe.

«Für alle, die sich nicht impfen lassen möchten»

Zu einem immer größeren Markt wächst auch der Schwarzhandel mit falschen Impfdokumenten oder gefälschten, negativen Coronatests. Aufschwung verliehen hat dem die Ankündigung der EU, einen Corona-Impfpass einführen zu wollen, der das sichere Reisen – insbesondere für Ferien – innerhalb der EU erleichtern soll. Auch dies wollen sich Händler und Hacker im Darknet zunutze machen.

So haben die Forschenden von Check Point unzählige Angebote für gefälschte Impfpässe ausfindig machen können. In verschiedensten Foren werden beispielsweise russische Impf-Pässe unter dem Motto «Für alle, die sich nicht impfen lassen möchten», angeboten. Andere Angebote zeigen Impf-Bescheinigungen der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde. Der Preis für diese beläuft sich auf rund 126 Euro.

Name und Datum

Um nachvollziehen zu können, wie man genau an eine solche Impf-Bescheinigung gelangt, haben die Forschenden von Check Point direkten Kontakt mit einem Darknet-Shop aufgenommen. Dort wird per Chat bestätigt, dass sich auf dem angebotenen Impf-Pass die Signatur eines echten Arztes oder einer echten Ärztin befinde. Um den Schein ausstellen zu können, benötige der Anbieter nur den Namen der Empfänger und die Daten, die auf dem Pass angegeben werden sollen.

Auf die Nachfrage, ob der Impf-Schein tatsächlich funktionieren werde, kam die Antwort: «Wir haben dies schon für viele Leute gemacht und es war immer alles gut.»

Falsche, negative Tests

Ähnlich verhält es sich mit den Angeboten an gefälschten negativen Coronatests. Ein Shop aus Russland verspricht beispielsweise, dass man mit einem Dokument, das zum Verkauf freigegeben ist, ins Ausland reisen oder einen neuen Job antreten kann. «Alles wird innerhalb von 24 Stunden abgewickelt», heißt es und man verspreche «höchste Qualität».

Um an ein solches gefälschtes Dokument zu gelangen, muss man aber nicht immer Zugang zum Darknet haben. So werden auch auf verschiedensten normalen Websites falsche Testresultate für umgerechnet 20 Euro angeboten. Diese Websites bezeichnen sich selbst als «Prank-Sites», also als Scherz-Seiten. Auf einer solchen, die von Check Point ausprobiert wurde, müssen Userinnen und User zustimmen, die falschen Dokumente nicht für Lügen, Streiche oder gegen das Gesetz anzuwenden. Das «Scherz»-Dokument sieht aber dennoch täuschend echt aus.

So erkennst du falsche Dokumente

Wenn Zweifel an der Au­then­ti­zi­tät eines Corona-Dokuments aufkommen, raten die Forschenden von Check Point, als erstes nach einem offiziellen Logo, einer Zertifizierung oder einem Gütestempel Ausschau zu halten. Außerdem sollte man bei Schreibfehlern, kleinen Abänderungen in offiziellen Logos oder schlechter Bildqualität aufmerksam werden.

Darüber hinaus wünschen sich die Cyber-Experten, dass in Zukunft jegliche solche Zertifikate mit einem QR-Code ausgestattet werden, der vom Sicherheitspersonal am Flughafen oder an Grenzen gescannt werden kann. Der Code sollte das Personal dann direkt zu einer offiziellen Website der Behörden führen, die die Authentizität des Dokuments bestätigen kann. «Die Behörden müssen sich bewusst sein, dass der Trend, Corona-Dokumente zu fälschen, immer schneller wächst und immer gefährlicher wird», so der Bericht.

(L'essentiel/Dominique Zeier)

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