Varg Vikernes – Neonazi-Album im Casino Luxembourg

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Varg VikernesNeonazi-Album im Casino Luxembourg

LUXEMBURG - Am Dienstag wurde der norwegische Neonazi Kristian Vikernes verhaftet. Jetzt wurde bekannt, dass eines seiner Werke in Luxemburg Teil einer Ausstellung ist.

Die Ausstellung «Altars of Madness» über die Metal-Kultur im «Forum d’art contemporain» in Luxemburg-Stadt enthält offenbar einige Verweise auf die Werke des norwegischen Musikers Kristian «Varg» Vikernes. Er ist am Dienstag in Frankreich wegen Terrorverdachts verhaftet worden. Wie ein Leser L’essentiel Online mitteilte, enthält die Mediathek des Forums sogar eine der Schallplatten der Band «Burzum» des verurteilten Mörders und bekennenden Neonazis.

Die Ausstellung hat nach Angaben der Kuratoren zum Ziel, «politische Themen wie Anarchie oder Antikapitalismus» aber auch den «diskursiven und ästhetischen Radikalismus» der Szene zu beleuchten. Museumsleiter Jo Kox sieht an der Verhaftung von Virkenes kein Problem: «Wir sind leider von der Nachrichtenlage eingeholt worden, aber die Tatsache, dass diese Platte nicht in der Ausstellung, sondern in der Mediathek des Forums verfügbar ist, soll es den Besuchern erlauben, sich auf eine andere Weise mit der Thematik vertraut zu machen, als über visuelle Medien». Es gehe um einen pädagogischen Ansatz.

«Nur marginale Präsenz»

Auch Kevin Muhlen, der künstlerische Leiter des Casino Luxembourg, vertritt eine differenzierte Meinung: «Ich verstehe, dass die Präsenz dieser Platte einige schockiert, vor allem, wenn man die Vergangenheit von ‘Burzum’ kennt und weiß, dass Vikernes vor allem seit seiner Haftstrafe offen neonazistische Ideen vertritt», so Muhlen.

Seine Arbeit sei aber eine musikalische Referenz des Black Metal der 1990er Jahre und habe insbesondere das romantische Werk des norwegischen Künstlers Theodor Kittelsen inspiriert, das in der Ausstellung präsentiert werde. Muhlen: «Es ist natürlich bedauerlich, dass seine Verhaftung die Ausstellung in ein schlechtes Licht rückt. Er hat nur eine sehr marginale Präsenz.»

(L'essentiel Online/Jean-Michel Hennebert)

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