Crash an der Börse: Netflix verliert mehr als 40 Milliarden Dollar an Wert

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Crash an der BörseNetflix verliert mehr als 40 Milliarden Dollar an Wert

Die Netflix-Aktie stützt zum Börsenstart um etwa 35 Prozent ab. Schuld sind die schwindenden Nutzerzahlen. Im ersten Quartal hat der Streaming-Dienst 200.000 Abos verloren.

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Das erste Mal seit Oktober 2011 verliert Netflix massiv an Nutzerinnen und Nutzer.

Das erste Mal seit Oktober 2011 verliert Netflix massiv an Nutzerinnen und Nutzer.

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Der Streamingdienst macht auch den Rückzug aus Russland dafür verantwortlich. 

Der Streamingdienst macht auch den Rückzug aus Russland dafür verantwortlich. 

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Insgesamt gingen Netflix rund 200.000 Bezahlabos verloren, wie der Streamingdienst bekannt gab. 

Insgesamt gingen Netflix rund 200.000 Bezahlabos verloren, wie der Streamingdienst bekannt gab. 

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Der Aktienkurs des US-Streamingdienstes Netflix ist am Mittwoch beim Börsenstart in New York um mehr als 30 Prozent abgestürzt. Die Anleger reagierten damit auf die Veröffentlichung des Quartalsberichts am Dienstag: Demnach ging die Abonnenten-Zahl von Netflix erstmals seit zehn Jahren zurück.

Minuten nach Handelsbeginn krachte der Kurs um 31,2 Prozent nach unten auf 240 Dollar. Nach Berechnung von Factset verringerte sich der Börsenwert von Netflix damit um mehr als 40 Milliarden Dollar. Am Dienstag hat der Streaming-Dienst mitgeteilt, dass Netflix seit Anfang 2022 rund 200.000 Bezahlabos verloren hat.

Insgesamt sank die weltweite Nutzerzahl zum Quartalsende auf 221,6 Millionen. Eigentlich hatte Netflix mit 2,5 Millionen neuen Kunden gerechnet. Neben steigendem Konkurrenzdruck wirkten sich auch Folgen des Ukraine-Kriegs auf die Bilanz des Streaming-Riesen aus.

700.000 Abos deaktiviert

Netflix galt zu Beginn der Corona-Pandemie noch als einer der großen Gewinner der Krise, hat inzwischen aber schon seit längerem einen schweren Stand an der Wall Street. Seit Jahresbeginn ist der Aktienkurs bereits um über 40 Prozent gefallen.

Für die schwachen Zahlen machte Netflix unter anderem den Rückzug aus Russland verantwortlich, wo sämtliche Kundenkonten wegen des Angriffskriegs gegen die Ukraine deaktiviert wurden. Dem Unternehmen nach fielen wegen der Maßnahme auf Quartalssicht rund 700.000 Abos weg.

100 Millionen Haushalte teilen Passwort

Ohne diesen Effekt hätte es einen Anstieg um eine halbe Million Nutzer gegeben. Außerdem erklärte Netflix, dass die Statistik unter der Mehrfachnutzung von Kundenkonten leide, da viele Abonnenten ihre Passwörter teilten. Das Unternehmen schätzt, dass rund 100 Millionen Haushalte weltweit den Streaming-Service nutzen, ohne zu zahlen.

Für den größten Schock am Finanzmarkt sorgte jedoch der Geschäftsausblick. Besonders schlecht kam an, dass Netflix angesichts der stärker werdenden Streaming-Konkurrenz davon ausgeht, auch im laufenden Vierteljahr Abonnenten zu verlieren.

(DPA/sys)

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