Totes Kind – Neue Ampel soll in Differdingen Leben retten

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Totes KindNeue Ampel soll in Differdingen Leben retten

DIFFERDINGEN – Zwei Unfälle, zwei Kinder, eine Straße: An die Rue Emile Mark in Differdingen soll eine Ampel. Das Ministerium will die Angelegenheit mit Priorität behandeln.

Erst vor einer Woche ist auf der Rue de Soleuvre in Differdingen ein Zweijähriger von einem Lastwagen überfahren worden und starb. Jetzt ist erneut ein Kind in Differdingen von einem Fahrzeug erfasst worden. Der Unfall passierte nur wenige Meter von dem Unglück von vergangenem Montag entfernt und auf derselben Straße – der Straße, die durch den gesamten Stadtteil Fousbann führt und die ab der Kirche Rue Emile Mark heißt. Genau vor der Kirche fuhr der Achtjährige am Sonntagnachmittag mit seinem Fahrrad plötzlich auf die Fahrbahn und wurde von einem Auto erfasst. Er hatte Glück und erlitt nur leichte Verletzungen. Eine Ambulanz brachte ihn ins Krankenhaus.

Sind Rue Emile Mark und Rue de Soleuvre ein Unfallschwerpunkt? Warum führt eine derart stark frequentierte Straße mitten durch das dichtbesiedelte Differdinger Viertel Fousbann? Gemeinde-Bürgermeister Roberto Traversini erklärt gegenüber L'essentiel, dass er eine weitere Ampel in der Hauptstraße fordert. Das Verkehrsministerium will dieses Anliegen vordringlich behandeln, sobald ein entsprechender Antrag vorliegt. Die Ampel könnte auf Höhe der Kirche errichtet werden. «Der Genehmigungsvorgang kann bei einem positivem Avis der Straßenbauverwaltung schnell gehen, wenn es um eine sicherheitstechnisch prekäre Situation wie diese geht», erklärt Ministeriumssprecherin Dany Frank.

Doch damit nicht genug. Noch vor den Sommerferien wollen Gemeinde und Ministerium über weitere verkehrsberuhigende Maßnahmen in Fousbann sprechen. Traversini erklärt, dass die langersehnte Umgehungsstraße für das Viertel im kommenden Jahr fertiggestellt sein soll. Und dann soll es auch auf der Rue Emile Mark und Rue de Soleuvre deutlich gemächlicher voran gehen. «Entlang der Fahrbahn könnten Radwege gebaut werden», sagt Traversini. «Und auf der Hauptstraße wollen wir Tempo 30 einführen.»

(Tobias Senzig/L'essentiel)

Unfälle in Rue Emile Mark und Rue Soleuvre

Eine Auswertung der Police Grand-Ducale hat ergeben, dass in den beiden Straßen seit 1. Januar 2015 insgesamt zwölf Unfälle passiert sind. Dabei sind drei Fußgänger beteiligt gewesen (ein Kind wurde dabei tödlich verletzt), zwei Fahrradfahrer und ein Motorradfahrer. Sechs Mal hat es zwischen zwei Autos gekracht. Laut Polizei gibt es «keine besondere Unfallhäufung mit Kindern», allerdings ist der Unfall vom vergangenen Sonntag noch nicht in der Statistik enthalten.

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