«Roter Planet» – Neue Forschung widerlegt Leben auf dem Mars
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«Roter Planet»Neue Forschung widerlegt Leben auf dem Mars

Vor mehr als 25 Jahren erklärten Forschende, sie hätten Spuren von Leben an einem Meteoriten vom Mars entdeckt. Kolleginnen und Kollegen von ihnen interpretieren das jetzt anders.

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Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gingen bisher davon aus, dass es einst Leben auf dem Mars gab.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gingen bisher davon aus, dass es einst Leben auf dem Mars gab.

Via REUTERS
Sie schlossen dies aus Untersuchungsergebnissen des Meteoriten ALH 84001, der 1984 in der Antarktis entdeckt wurde.

Sie schlossen dies aus Untersuchungsergebnissen des Meteoriten ALH 84001, der 1984 in der Antarktis entdeckt wurde.

Reuters
Um zu beweisen, dass es einmal Leben auf dem Mars gab, bräuchte man Bodenproben. Diese dürften anfangs der 30er Jahre auf der Erde eintreffen.

Um zu beweisen, dass es einmal Leben auf dem Mars gab, bräuchte man Bodenproben. Diese dürften anfangs der 30er Jahre auf der Erde eintreffen.

AFP

Ein vor Jahrzehnten in der Antarktis entdeckter Meteorit vom Mars hat wohl keine Hinweise auf Leben von dort auf die Erde gebracht. Der auf dem Meteoriten Allan Hills 84001 entdeckte Kohlenstoff sei eine Folge von Wasser, wahrscheinlich von Salzwasser, das über lange Zeit über den Stein geflossen sei, erklärte der Astrobiologe Andrew Steele in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht des Journals «Science».

Das Grundwasser, das durch die Risse in den Stein gedrungen sei, habe die winzigen Kohlenstoffklümpchen geformt, schrieb Steele. So etwas sei auch auf der Erde möglich. Sein Ansatz könne auch erklären, wieso es in der Marsatmosphäre Methan gibt.

25 Jahre alte These wird widerlegt

Der zwei Kilogramm schwere Meteorit Allan Hills 84001 ist vier Milliarden Jahre alt und stammt aus der Frühzeit des Mars, als es dort noch viel Wasser gab. Er wurde beim Einschlag eines anderen Meteoriten aus dem Mars herausgesprengt und war Millionen Jahre im All unterwegs, bevor er auf der Erde einschlug. 1984 wurde er in der Antarktis entdeckt. Zwölf Jahre später (1996) untersuchte ihn ein Forscherteam der US-Raumfahrtbehörde Nasa und erklärte, es habe organische Verbindungen in dem Gestein entdeckt, die offenbar von lebenden Kreaturen hinterlassen worden seien.

Schon damals regte sich Widerspruch, den Steele und sein Team jetzt bestätigten. Die Forscher Kathie Thomas-Keprta und Simon Clemett, die an der Untersuchung 1996 beteiligt waren, nannten Steeles Interpretation enttäuschend. Diese sei nicht neu und werde nicht durch Forschungen gestützt, schrieben sie. Es handle sich um eine unbegründete Spekulation, die nicht dazu beitrage, das Rätsel um den Ursprung organischer Materie in dem Meteoriten zu lösen.

Bodenproben benötigt – in gut 10 Jahren auf der Erde erwartet

Steele dagegen schrieb, die 1996 aufgestellte Hypothese, dass der Meteorit die Existenz von Leben auf dem Mars beweise, sei seinerzeit eine vernünftige Interpretation gewesen. Er und seine Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aus den USA, Deutschland und Großbritannien hätten es nicht darauf angelegt, diese Hypothese zu widerlegen. Ihre Forschungsergebnisse seien vielmehr eine sehr aufregende Entdeckung über den Mars und sehr wichtig, um zu verstehen, wie das Leben auf der Erde entstanden ist. Außerdem könnten sie bei der Suche nach Leben auf dem Mars und anderen Himmelskörpern helfen. Ob es auf dem Mars mikrobiologisches Leben gegeben hat oder immer noch gibt, könne man nur klären, indem man Bodenproben von dort auf die Erde hole und untersuche.

Dies wird derzeit mit dem US-Marsrover «Perseverance» versucht, der vor knapp einem Jahr in einem Marsgebiet gelandet ist, wo es früher einen See und ein Flussdelta gab. Der Rover soll mehr als 40 Bodenproben nehmen und in Behältern verstauen. Diese sollen dann Anfang der 30er Jahre von einer Mars-Expedition der europäischen Raumfahrtorganisation ESA eingesammelt und zur Erde abtransportiert werden.

(L'essentiel/DPA/pco)

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