Coronavirus in Luxemburg – «Neuer Lockdown muss dringend verhindert werden»

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Coronavirus in Luxemburg«Neuer Lockdown muss dringend verhindert werden»

LUXEMBURG – Dass vom Coronavirus weiterhin eine hohe Gefahr ausgeht, zeigen die jüngsten Ausbrüche in Deutschland. Gesundheitsministerin Lenert schlägt Alarm.

Gesundheitsministerin Lenert äußerte sich am Mittwoch erneut zur Lage in Luxemburg.

Gesundheitsministerin Lenert äußerte sich am Mittwoch erneut zur Lage in Luxemburg.

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«Luxemburg muss einen neuen Lockdown unbedingt verhindern.» Das ist die Kernbotschaft, die Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP) am Mittwoch während ihrer Pressekonferenz überbrachte. Die menschlichen und wirtschaftlichen Kosten einer erneuten Schließung seien schlichtweg zu hoch. «Studien der Uni zeigen, dass das Risiko eines neuen Ausbruchs des Coronavirus real sind», so Lenert weiter. Händewaschen, Mundschutz tragen und den Sicherheitsabstand einhalten seien nun wichtiger, denn je.

Die Lockerungsmaßnahmen, die zunächst von der Regierung «auf wissenschaftlicher Basis» getroffen wurden, verteidigte sie: «Wir waren sehr vorsichtig, auch wenn das umstritten war. Dennoch stehen wir hinter den Entscheidungen». Die neuen Lockerungen seien getroffen worden, weil man den Bürgern im Privatleben nicht länger Vorschriften hätte machen könne und sich die Lage mit den sinkenden Infektionszahlen geändert habe. Deshalb sei ein verantwortungsvollen Verhalten eines jeden Einzelnen zurzeit entscheidend. Die Maskenpflicht in Bus und Bahn, in Geschäften und in der Gastronomie bleibe darum weiterhin bestehen. Geschlossene Räume, in denen üblicherweise viele Menschen zusammenkommen – beispielsweise Diskotheken – bleiben bis auf weiteres geschlossen.

Erste Infektionsherde in Luxemburg festgestellt

Weil auch die Weltgesundheitsorganisation dazu aufgerufen habe, weiterhin vorsichtig zu bleiben, sei auch das Gesundheitssystem des Großherzogtums in Alarmbereitschaft. «Wir müssen im Falle einer zweiten Welle handlungsfähig bleiben», so Lenert weiter. Das Ministerium habe bereits alles Notwendige in die Wege geleitet: «Im Ernstfall können wir das System schnell wieder hochfahren», sagte sie.

Die großangelegte Testreihe sei nach wie vor «sehr wichtig». Daher ruft Lenert die Bevölkerung erneut dazu auf, sich testen zu lassen. Die Behörden könnten dadurch Infektionsketten rasch zurückverfolgen und entsprechend eingreifen. Hilfreich sei auch, wenn sich die Menschen aufschreiben, mit wem sie wann Kontakt gehabt haben.

Deshalb sind Kinder weniger ansteckend

Jean-Claude Schmit, der Direktor der Gesundheitsbehörde erklärte im Anschluss, dass hierzulande bereits erste Infektionsherde festgestellt wurden. Als Beispiel nannte er eine Geburtstagsparty, auf der sich von rund 30 Gästen, mehr als zehn mit den Coronavirus infiziert hätten. In Schulen sei es ebenfalls zu mehreren Infektionen gekommen, weshalb auch schon Klassen geschlossen wurden. Darüberhinaus bestätigte Schmit, dass Kinder weniger ansteckend seien. Der Grund: «Die Schleimhäute der Kinder verfügen über weniger Rezeptoren, an denen das Virus andocken kann», so Schmit. Je älter ein Patient sei, desto leichter könne er sich infizieren.

Bis Mitte Juli will die Regierung eine neue Test-Strategie vorstellen. Mit ihrer Hilfe soll die Verbreitung des Virus in den Sommermonaten besser nachverfolgt werden können. Mit den Daten von positiv gestesten Personen wolle die Regierung weiterhin sehr behutsam umgehen. In Frankreich habe es Fälle gegeben, in denen Erkrankte gemobbt wurden. Besonders in einem kleinen Land, wie Luxemburg, müsse man dies unter allen Umständen verhindern. Zwangseinweisungen wird das CHL in der Hauptstadt übernehmen. Diese Maßnahme werde nur ergriffen, wenn die betroffene Person eine Gefahr für die Allgemeinheit darstelle.

(L'essentiel)

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