Ettelbrück: Neustart der Entbindungsstation ist eine «Erleichterung für alle»
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Ettelbrück Neustart der Entbindungsstation ist eine «Erleichterung für alle»

ETTELBRÜCK – Nach zwei Monaten öffnet das Centre Hospitalier du Nord (CHdN) in Ettelbrück am Mittwoch wieder seine Entbindungsstation. Eine Erleichterung für alle werdenden Mütter.

von
Marion Chevrier

Ab Mittwoch ist die Entbindungsstation des Centre hospitalier du Nord (CHdN) in Ettelbrück wieder geöffnet. Für werdende Mütter aus dem Umkreis eine «hundertprozentige Erleichterung» ist, wie Sheila sagt. Die 36-Jährige lebt in Brandenburg bei Vianden und macht keinen Hehl aus ihrer Freude: Denn jetzt ist klar, dass sie ihre Tochter voraussichtlich am 8. Juni in der Entbindungsstation des CHdN zur Welt bringen kann.

Lange war das ungewiss. Die Entbindungsstation war die vergangenen zwei Monate wegen fehlender Kinderärzte geschlossen – und kann nur aufgrund einer Vereinbarung mit dem Centre Hospitalier de Luxembourg (CHL) wieder geöffnet werden. Ein speziell geschultes Team und die Teleexpertise sollen nun eine sichere und vor allem gesetzeskonforme Behandlung ermöglichen .

Umso größer die Erleichterung, denn schon die größere Entfernung war für die werdenden Mütter eine riesige Herausforderung. «Strassen ist eine Stunde von hier entfernt, Ettelbrück eine Viertelstunde», erklärt Sheila. Die Angst, nicht rechtzeitig in der Entbindungsstation sein zu können, sei reiner Stress. Ebenso die langen Fahrten zur Sprechstunden.

«Eine Frau hat im Krankenwagen entbunden.»

Hebamme Tammy Kesseler

Sorgen, die Tammy Kesseler bei vielen werdenden Müttern beobachtete. Die freiberuflich Hebamme begleitet im Norden des Landes von Hosingen bis Wemperhardt rund zehn Frauen, die im Juni ihren Entbindungstermin haben. «Alle sind wirklich froh», erklärt sie. Einige Frauen hätten in Sankt Vith in Belgien entbinden wollen, aber die CNS habe dies abgelehnt. Auch sie erzählt von der Angst, nicht rechtzeitig im Krankenhaus anzukommen. «Eine Frau, die von einer meiner Kolleginnen betreut wurde, hat im Krankenwagen entbunden», erzählt sie, «andere sind lange bevor die Wehen eingesetzt haben ins Krankenhaus gefahren.»

Die Entfernung ist eine Sache. Ein weiterer Punkt sei laut Kesseler die Beziehung und das Vertrauen zu den Ärztinnen und Ärzten. Dieser Aspekt war für Conny aus Clerf sehr wichtig. «Mein Arzt und ich kennen uns schon lange», sagt sie, «in Ettelbrück war meine gesamte Akte vorbereitet. Ich hatte mit den Hebammen darüber sprechen können, wie ich entbinden möchte. Dort hätte ich alles noch einmal machen müssen.»

«Es ist eine Erleichterung für alle», sagt auch Laure Baumann, Hebamme aus der Region Diekirch. Etwa die Hälfte ihrer Patientinnen entscheiden sich für eine Entbindung in Ettelbrück. Ihrer Ansicht birgt die neue Betriebsart der Entbindungsstation des CHdN kein Risiko. «Auch vor der Schließung wurden die Kinder trotz des Mangels an Kinderärzten auf die Welt gebracht.»

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