Krieg in der Ukraine: Russland attackiert Selenskis Heimatstadt mit Kamikaze-Drohnen

Krieg in der UkraineRussland attackiert Selenskis Heimatstadt mit Kamikaze-Drohnen

Seit mehreren Monaten herrscht in der Ukraine Krieg. Unterdessen warnt die UNO vor massiven globalen Auswirkungen des Krieges. L'essentiel liefert die News zum Krieg.

von
L'essentiel & Agenturen

Das Wichtigste in Kürze

  • Am 24. Februar hat die russische Armee einen Angriffskrieg gegen die Ukraine gestartet.

  • Mehrere Verhandlungen der beiden Parteien sind bisher gescheitert.

  • Mindestens 15,7 Millionen Menschen im Land brauchen dringend humanitäre Hilfe und Schutz.

  • Fast 14 Millionen Menschen sind innerhalb des Landes oder ins Ausland geflohen. Vor dem Krieg hatte die Ukraine etwa 42 Millionen Einwohner.

  • Die ukrainische Wirtschaft wird dieses Jahr voraussichtlich um bis zu 45 Prozent schrumpfen. Mehr als die Hälfte aller Klein- und Mittelbetriebe sind nicht mehr in Betrieb. 20 Prozent der Großfirmen liegen ebenfalls still.

  • Etwa 1,4 Milliarden Menschen könnten von Nahrungsmittelknappheit betroffen sein, wenn ukrainische Getreideexporte und russische Düngerlieferungen weiter ausbleiben.

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Sonntag, 02.10.2022
15:12

Russland attackiert Selenskis Heimatstadt mit Kamikaze-Drohnen

Das russische Militär hat am Sonntag die Heimatstadt des ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski und andere Ziele mit Drohnen angegriffen. Die Attacke auf Krywyj Rih im Süden der Ukraine zerstörte zwei Stockwerke eines Schulgebäudes, wie der Gouverneur der Region, Walentyn Resnitschenko, mitteilte. Russland begann in den vergangenen Wochen, sogenannte Kamikaze-Drohnen des Typs Shahed-136 aus iranischer Produktion für Angriffe auf die Ukraine einzusetzen.

Russland setzt im Ukraine-Krieg Shahed-136-Drohnen aus Iranischer Produktion ein.

Russland setzt im Ukraine-Krieg Shahed-136-Drohnen aus Iranischer Produktion ein.

Youtube/ News Military

In der Region Tschernihiw fuhren vier Männer mit ihrem Auto in einem Wald auf eine Mine. Bei der Explosion wurden alle Insassen getötet, wie die Behörden am Sonntag mitteilten. Die Männer hatten im Wald Pilze sammeln wollen.

11:14

Selenski gibt vollständige Eroberung von Lyman bekannt

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat am Sonntag die vollständige Eroberung der Stadt Lyman in der von Russland annektierten Region Donezk bekannt gegeben. Seit 12.30 Uhr (11.30 MESZ) sei die Stadt «vollständig» von russischer Militärpräsenz befreit, sagte Selenski in einem in Onlinenetzwerken veröffentlichten Video. «Dank an unser Militär!»

Die strategisch wichtige Stadt Lyman war seit dem Frühjahr von Moskaus Truppen besetzt. Am Samstag hatte die ukrainische Armee die Stadt umzingelt und mehrere Tausend russische Soldaten eingekesselt; später gab das russische Verteidigungsministerium den Rückzug aus der Stadt bekannt.

Die Rückeroberung Lymans ist der erste größere militärische Sieg der Ukraine in den am Freitag von Russland annektierten Gebieten.

Ein ukrainischer Soldat entfernt eine Flagge der «Volksrepublik Donezk».

Ein ukrainischer Soldat entfernt eine Flagge der «Volksrepublik Donezk».

Oleksiy Biloshytskyi via REUTERS
03:29

Zweiter Luftalarm für deutsche Verteidigungsministerin

Die deutsche Verteidigungsministerin Christine Lambrecht ist am frühen Sonntagmorgen von einem neuerlichen Luftalarm in der ukrainischen Hafenstadt Odessa geweckt worden. Mit anderen Mitgliedern ihrer Delegation musste die SPD-Politikerin um kurz vor 1.00 Uhr Schutz im Bunker ihres Hotels suchen. Nach etwa 20 Minuten wurde Entwarnung gegeben und die Ministerin konnte auf ihr Zimmer zurückkehren.

Lambrecht sagte der Deutschen Presse-Agentur, sie sei im Schlaf von dem Alarm überrascht worden. Aus Sicherheitsgründen habe sie vor der Reise in die Ukraine ihr Mobiltelefon abgegeben, um zu verhindern, dass sie geortet werden könne. Andernfalls wäre sie wohl noch wach gewesen und hätte auf dem Handy gelesen, erzählte die Ministerin.

Schon am Samstagnachmittag gegen 15.30 Uhr musste Lambrecht während eines Treffens mit ihrem ukrainischen Amtskollegen Olexij Resnikow wegen eines Luftalarms für 45 Minuten in einen Bunker gehen. Auch Odessa wird regelmäßig von der russischen Armee mit Raketen sowie von Drohnen aus beschossen. Die Ministerin war zum ersten Mal seit Kriegsbeginn in die Ukraine gereist.

Samstag, 01.10.2022
18:08

Deutsche Ministerin im Bunker

Die deutsche Verteidigungsministerin Christine Lambrecht hat bei ihrem ersten Besuch in der Ukraine seit Kriegsbeginn wegen eines Luftalarms zeitweise in einem Bunker Schutz gesucht. Der Alarm in der Hafenstadt Odessa dauerte am Samstagnachmittag etwa 45 Minuten. Der ukrainische Verteidigungsminister Olexi Resnikow sagte, die Russen hätten eine Kaliber-Rakete abgeschossen, höchstwahrscheinlich von einem Schiff aus. Im Bunker warb er für die Lieferung von Anti-Schiffs-Raketen.

Bei ihrem Besuch sagte Lambrecht der Ukraine die rasche Lieferung einer ersten Einheit des bodengestützten Luftabwehrsystems Iris-T SLM zu. Das System solle in den nächsten Tagen für den Abwehrkampf der Ukraine gegen Russland eintreffen, kündigte die SPD-Politikerin an.

15:21

24 Zivilisten bei Beschuss einer Autokolonne getötet, darunter 13 Kinder

Die ukrainischen Behörden haben der russischen Armee vorgeworfen, beim Beschuss einer zivilen Autokolonne nahe der Stadt Kupjansk 24 Menschen getötet zu haben – darunter 13 Kinder. Die Zivilisten hätten versucht, sich vor russischen Angriffen in Sicherheit zu bringen, teilte der ukrainische Gebietsgouverneur Oleh Sinegubow am Samstag im Nachrichtenkanal Telegram mit. «Das ist eine Grausamkeit, die keine Rechtfertigung hat.» Die zunächst mit 20 angegebene Zahl der Toten stieg später auf 24. Ermittler und Experten seien zu der Stelle im Gebiet Charkiw gefahren, um den Fall zu untersuchen, teilte Sinegubow weiter mit.

Moskau wiederum warf Kiew vor, fliehende Zivilisten beschossen zu haben. Die Angaben beider Seiten waren von unabhängiger Seite nicht überprüfbar. Das Gebiet wird allerdings auch nach dem Rückzug der russischen Truppen, die dort im September eine schwere Niederlage hinnehmen mussten, weiter heftig beschossen. Das bestätigen auch Angaben des russischen Verteidigungsministeriums.

Erst am Freitag waren bei einem Raketenangriff auf einen zivilen Autokonvoi in der südukrainischen Stadt Saporischschja nach ukrainischen Angaben 30 Menschen getötet worden. Mehr als 100 Menschen wurden laut jüngsten Polizeiangaben vom Samstag verletzt. Der Gouverneur der Gebietsverwaltung von Saporischschja, Olexander Staruch, machte russische Truppen für den Angriff verantwortlich. Auch diese Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden.

10:00

5000 russische Soldaten in Lyman eingekesselt

Die ukrainischen Truppen haben in der strategisch wichtigen Stadt Lyman im Gebiet Donezk nach eigenen Angaben rund 5000 russische Soldaten eingekesselt. Das sei der Stand am Samstagmorgen, teilte der ukrainische Verwaltungschef für Luhansk, Serhij Hajdaj, mit. «Die Okkupanten haben ihre Führung gebeten, nach Möglichkeit herauszukommen, woraufhin sie eine Abfuhr erhielten», sagte er. «Sie haben jetzt drei Handlungsmöglichkeiten: Entweder können sie versuchen auszubrechen oder sie ergeben sich. Oder sie sterben alle zusammen. Da sind von ihnen etwa 5000, eine genaue Zahl gibt es nicht.»

Nach ukrainischen Angaben ist die strategisch wichtige Stadt Lyman im Gebiet Donezk umzingelt.

Nach ukrainischen Angaben ist die strategisch wichtige Stadt Lyman im Gebiet Donezk umzingelt.

REUTERS

Eine solche Zahl an eingekesselten Russen habe es überhaupt noch nicht gegeben in dem Krieg, sagte Hajdaj. Es seien fast alle Zugänge blockiert. Westliche Militärexperten gehen davon aus, dass Lyman in den nächsten Tagen komplett befreit wird. Für die Armee des russischen Präsidenten Wladimir Putin wäre das eine neue massive Niederlage in der seit mehr als sieben Monaten andauernden Invasion.

06:48

Direktor des AKW Saporischschja von Russen verschleppt

Der Chef des von russischen Truppen besetzten Atomkraftwerks Saporischschja, Ihor Muraschow, ist nach ukrainischen Angaben von Moskauer Truppen entführt worden. Das teilte der Präsident der Betreibergesellschaft Enerhoatom, Petro Kotin, am Samstag mit. Der Generaldirektor des größten europäischen Kernkraftwerks wurde demnach am Vortag von einer russischen Patrouille am AKW-Standort Enerhodar auf der Straße gestoppt, aus dem Auto gezerrt und mit verbundenen Augen an einen unbekannten Ort gebracht. Eine Erklärung von russischer Seite gab es zunächst nicht. Russland hält das AKW seit Anfang März besetzt.

Ihor Muraschow, Direktor des AKW Saporischja.

Ihor Muraschow, Direktor des AKW Saporischja.

Twitter/@TpyxaNews

«Es gibt keine Erkenntnisse zu seinem Schicksal», teilte Kotin im Nachrichtenkanal Telegram mit. Er warf Russland atomaren Terrorismus gegen das Management und gegen die Mitarbeiter des Kraftwerks vor. Muraschow, der die Hauptverantwortung für das sichere Funktionieren und die nukleare Sicherheit der Anlage trage, müsse sofort freigelassen werden. Das AKW war immer wieder beschossen worden. Sowohl die russischen Besatzer als auch die ukrainischen Behörden warnten mehrfach vor einem möglichen atomaren Zwischenfall mit massiven Auswirkungen für ganz Europa.

01:03

Protest gegen Russland bei Unesco-Konferenz in Mexiko

Zum Abschluss einer Unesco-Konferenz in Mexiko-Stadt haben die Vertreter von 48 Ländern gegen Russlands Angriffskrieg in der Ukraine protestiert. Dutzende Delegierte verließen am Freitag vorübergehend den Saal, als der russische Vertreter sich zu Wort meldete. An der dreitägigen Konferenz Mondiacult der UNO-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur nahmen Vertreter aus rund 120 Staaten teil.

In einer gemeinsamen Erklärung riefen zunächst die Delegierten der Europäischen Union, Kanadas, der USA, Japans und anderer Staaten Russland dazu auf, sich aus der Ukraine zurückzuziehen. Sie prangerten auch die Beschädigung und Plünderung von Kulturstätten in der Ukraine an. Solche Aussagen seien inakzeptabel, erwiderte der russische Vertreter, Sergei Obrywalin.

00:08

Biden: Nord Stream-Lecks waren absichtliche Sabotage

US-Präsident Joe Biden hat die Lecks an den Erdgas-Pipelines Nord Stream 1 und 2 als Folge von Sabotage bezeichnet und Untersuchungen an den beschädigten Leitungen angekündigt. Zum gegebenen Zeitpunkt «werden wir Taucher runterschicken, um herauszufinden, was passiert ist», sagte Biden am Freitag in Washington. «Es war ein Akt vorsätzlicher Sabotage», betonte er zugleich.

Gas tritt aus einem Leck der Nord Stream 2 aus. (29. September 2022)

Gas tritt aus einem Leck der Nord Stream 2 aus. (29. September 2022)

afp

Nach Einschätzung Schwedens und Dänemarks hatten mindestens zwei Explosionen mit der Wucht einer wohl mehrere hundert Kilogramm kräftigen Sprengladung die Lecks an den Ostsee-Gaspipelines verursacht. Biden warf Russland vor, jetzt «Falschinformationen und Lügen» zu den Schäden zu verbreiten. Kremlchef Wladimir Putin hatte zuvor den Westen für die Lecks verantwortlich gemacht. Biden rief auf, nicht auf Putin zu hören: «Wir wissen, dass das, was er sagt, nicht wahr ist.»

«Wir glauben nicht, dass es das Werk eines Nato-Verbündeten war», sagte der Nationale Sicherheitsberater im Weißen Haus, Jake Sullivan, später als Reaktion auf eine entsprechende Journalisten-Frage. Sullivan bekräftigte, dass noch Untersuchungen nötig seien, bevor die USA jemandem die Verantwortung für die Schäden zuwiesen. Zugleich sagte er aber: «Russland macht das, was es oft macht, wenn es für etwas verantwortlich ist – und zwar Vorwürfe gegen jemand anderen erheben.» Die russischen Anschuldigungen gegen die USA und andere Länder seien «schlicht falsch» und Russland wisse das.

Freitag, 30.09.2022
21:21

USA sehen keine Eile für Beitritt der Ukraine zur Nato

Die USA sehen aktuell keinen Bedarf an einem beschleunigten Verfahren für den Nato-Beitritt der Ukraine. «Unsere Ansicht ist, dass wir der Ukraine am besten durch praktische Unterstützung vor Ort helfen können. Und dass das Verfahren in Brüssel zu einer anderen Zeit aufgegriffen werden sollte», sagte der Nationale Sicherheitsberater im Weißen Haus, Jake Sullivan, am Freitag in Washington. Zugleich betonte er, dass alle Entscheidungen zu einer Nato-Mitgliedschaft Sache der Beitrittskandidaten und der Mitglieder der Allianz seien.

Der Sprecher des Weißen Hauses betonte, dass alle Entscheidungen zu einer Nato-Mitgliedschaft Sache der Beitrittskandidaten und der Mitglieder der Allianz seien.

Der Sprecher des Weißen Hauses betonte, dass alle Entscheidungen zu einer Nato-Mitgliedschaft Sache der Beitrittskandidaten und der Mitglieder der Allianz seien.

REUTERS

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte am Freitag nach der formellen Annexion von vier ukrainischen Regionen durch Russland einen Antrag auf einen beschleunigten Nato-Beitritt stellen wolle.

19:18

Selenskyj verkündet militärische Erfolge in Ostukraine

Wenige Stunden nach der Annexion mehrerer Gebiete durch Russland hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Erfolge seiner Armee im Osten des Landes verkündet. «Jeder hat gehört, was in Lyman passiert», sagte Selenskyj in einer Videoansprache in der Nacht zum Samstag mit Blick auf die strategisch wichtige Kleinstadt im gerade erst von Moskau einverleibten Gebiet Donezk. Zuvor hatte bereits der Donezker Besatzungschef Denis Puschilin die fast komplette Einschließung russischer Truppen in Lyman durch ukrainische Soldaten eingestanden.

«Das sind Schritte, die viel bedeuten für uns», sagte Selenskyj. «Wir müssen unser ganzes Land befreien, und das wird der beste Beweis dafür sein, dass internationales Recht und Menschenrechte nicht von irgendeinem Terrorstaat gebrochen werden können.»

17:31

Ukraine wird noch heute Nato-Mitgliedschaft beantragen

Als Reaktion auf die Unterzeichnung von Abkommen in Moskau zur Annexion von vier ukrainischen Regionen hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj einen Antrag zur zügigen Aufnahme seines Landes in die Nato angekündigt. «Wir unternehmen einen entschlossenen Schritt, indem wir die Bewerbung der Ukraine um beschleunigten Beitritt zur Nato unterzeichnen», sagte Selenskyj am Freitag in einem Video, das nur wenige Minuten nach der Unterzeichnungszeremonie im Kreml verbreitet wurde.

Der ukrainische Staatschef unterstrich darin, dass sein Land bereits seine «Vereinbarkeit mit den Standards» der westlichen Militärallianz unter Beweis gestellt habe. Zugleich erteilte Selenskyj dem vom russischen Präsidenten Wladimir Putin kurz zuvor formulierten Appell zu Verhandlungen über Beendigung des Ukraine-Kriegs eine Absage.

Die Ukraine werde keine Verhandlungen mit Russland führen, solange Putin an der Macht sei, sagte der ukrainische Staatschef. Die Ukraine werde dann mit Russland verhandeln, wenn es dort einen «neuen Präsidenten» gebe.

Auch Aussenminister Dmytro Kuleba erklärte am Freitag in Onlinediensten, die Ukraine werde ihre Gegenoffensive im Osten des Landes fortsetzen. Er warf Putin vor, mit den Annexionen «Gebiete zu erobern, die er nicht einmal physisch kontrolliert». Für die Ukraine ändere sich nichts, betonte Kuleba: «Wir werden weiterhin unser Land und unser Volk befreien und unsere territoriale Integrität wiederherstellen.»

14:36

USA verkünden wegen Annexion weitere Sanktionen gegen Russland

Als Reaktion auf die russische Annexion von vier besetzten ukrainischen Gebieten verhängen die USA weitere Sanktionen gegen Russland. Die Strafmaßnahmen richten sich unter anderem gegen weitere russische Regierungsvertreter, deren Familienmitglieder sowie Angehörige des Militärs, wie die US-Regierung am Freitag in Washington mitteilte.

14:28

Selenskyj stellt Antrag auf beschleunigten Nato-Beitritt

Die Ukraine stellt nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj einen Antrag auf einen beschleunigten Nato-Beitritt. Das gab Selenskyj am Freitag bekannt, nachdem der russische Staatschef Wladimir Putin damit begonnen hatte, besetzte Gebiete in der Ukraine zu annektieren.

13:24

Putin macht Westen für «Explosionen» an Nord Stream-Pipelines verantwortlich

Russlands Präsident Wladimir Putin hat den Westen für «Explosionen» verantwortlich gemacht, die zu mehreren Lecks in den Ostsee-Pipelines Nord Stream 1 und Nord Stream 2 geführt hätten. «Sanktionen sind nicht genug für den Westen, sie sind zu Sabotage übergegangen, indem sie Explosionen an den internationalen Nord Stream-Gaspipelines organisiert haben», sagte Putin am Freitag in einer Rede zur Annexion von vier russisch besetzten Regionen in der Ukraine.

AFP
13:05

EU: Werden illegale Annexion durch Russland niemals anerkennen

Die Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten haben die russische Annexion von vier besetzten ukrainischen Gebiete als unrechtmäßig zurückgewiesen. «Wir werden diese illegale Annexion niemals anerkennen», heißt es in einem am Freitag veröffentlichten Statement. «Diese Entscheidungen sind null und nichtig und können keinerlei Rechtswirkung entfalten.»

Weiter heißt es, man lehne die Annexion entschieden ab und verurteile sie unmissverständlich. Russland setze damit die globale Sicherheit aufs Spiel. Zugleich betonen die Staats- und Regierungschefs, weiter entschlossen an der Seite der Ukraine zu stehen. Man unterstütze die territoriale Integrität und Souveränität des Landes ohne Wenn und Aber.

13:04

Putin unterschreibt Dokumente zur Annexion ukrainischer Gebiete

Der russische Präsident Wladimir Putin hat die Annexion der vier mehrheitlich von eigenen Truppen besetzten Gebiete in der Ukraine besiegelt. Bei einem von Fernsehen übertragenen Festakt am Freitag im Kreml unterzeichnete er die entsprechenden Dokumente. International wird die Annexion nicht anerkannt.

12:57

Putin fordert Verhandlungen

Sieben Monate nach Beginn des russischen Angriffskriegs hat Kremlchef Wladimir Putin die ukrainische Regierung aufgefordert, das Feuer einzustellen und an den Verhandlungstisch zurückzukehren. «Wir sind dazu bereit», sagte Putin am Freitag bei einer Rede im Großen Kremlpalast zur international nicht anerkannten Annexion von vier ukrainischen Gebieten.

12:49

Putin erklärt vier ukrainische Gebiete zu russischem Staatsgebiet

Kremlchef Wladimir Putin hat vier besetzte ukrainische Gebiete zu russischem Staatsgebiet erklärt. Die Aufnahme von Luhansk, Donezk, Saporischschja und Cherson solle noch heute vertraglich besiegelt werden, sagte Putin am Freitag bei einer im Staatsfernsehen übertragenen Rede. Die Annexionen werden international nicht anerkannt.

«Die Leute haben ihre Wahl getroffen», sagte Putin mit Blick auf Scheinreferenden, die die russischen Besatzer bis zum vergangenen Dienstag in den vier Gebieten abgehalten hatten. Demnach sprachen die russischen Besatzer von einer angeblich überwältigenden Zustimmung der dortigen Bevölkerungen zu einem Beitritt zu Russland. Es war bereits erwartet worden, dass nun eine beispiellose Annexionswelle beginnt.

Bei seiner Rede vor der politischen Elite des Landes erklärte Putin am Freitag: «Die Bewohner von Luhansk und Donezk, Cherson und Saporischschja werden für immer unsere Bürger».

AFP

Die Scheinreferenden werden weltweit nicht anerkannt, weil sie unter Verletzung ukrainischer und internationaler Gesetze und ohne demokratische Mindeststandards abgehalten werden. Beobachter hatten in den vergangenen Tagen auf zahlreiche Fälle hingewiesen, in denen die ukrainischen Bewohner der besetzten Gebiete zum Urnengang gezwungen wurden.

11:20

Russische Kräfte in Lyman «umzingelt»

Am Tag der von Russland geplanten Annexion von vier besetzten ukrainischen Gebieten sind russische Soldaten nach Angaben des pro-russischen Separatistenführers von Donezk, Denis Puschilin, in der ostukrainischen Stadt Lyman «teilweise umzingelt». Die Nachrichten aus Lyman seien «verstörend», erklärte der pro-russische Anführer der ostukrainischen Region in Online-Netzwerken. «Wir müssen durchhalten, aber der Feind hat schwere Kräfte eingesetzt», ergänzte er.

Eine im Kampf um Lyman eingesetzte ukrainische Einheit, die 66. mechanisierte Brigade, vermeldete indes im Online-Netzwerk Facebook, sie habe den fünf Kilometer südwestlich der Stadt gelegenen Ort Schtschurowe eingenommen.

Reuters
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