Luxemburger Rollstuhlaktivist – «Nicht alle Orte sind barrierefrei»

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Luxemburger Rollstuhlaktivist«Nicht alle Orte sind barrierefrei»

LUXEMBURG – Luciano Fratini setzt sich seit langem für die Belange von Menschen mit Behinderung im Großherzogtum ein. In vielen Städten des Landes sieht er Handlungsbedarf.

Nach einer Karriere im Finanzwesen gründete Luciano Fratini, der seit einem Unfall im Jahr 1985 querschnittsgelähmt ist, vor drei Jahren sein eigenes Unternehmen.

Nach einer Karriere im Finanzwesen gründete Luciano Fratini, der seit einem Unfall im Jahr 1985 querschnittsgelähmt ist, vor drei Jahren sein eigenes Unternehmen.

L'essentiel

In seinem Geschäft in Bonneweg arbeitet Luciano Fratini an einem Rollstuhlrad. Der 58-Jährige repariert ein Teil, bevor er es in den Rollstuhl eines Kunden einbaut. Fratini selbst sitzt seit einem Unfall im Jahr 1985 im Rollstuhl, ist seither von der Hüfte abwärts querschnittsgelähmt. Nach einer Karriere im Finanzsektor gründete der passionierte Handbiker
und Rollstuhlbasketballer sein eigenes Unternehmen, mit dem er sich auf maßgeschneiderte Rollstühle spezialisiert hat. Gleichzeitig kämpft Fratini mit Leidenschaft dafür, dass Barrieren für Menschen mit Behinderung in Luxemburgs Städten abgebaut werden.

Hier sieht Fratini große Defizite im Land, die es zu beseitigen gelte. «Luxemburg ist im Rückstand. Wenn ich in bestimmte Länder reise, wird mir das bewusst. Wenn man im Rollstuhl sitzt, sind nicht alle Orte zugänglich», beklagt der Geschäftsführer von LFP Mobility. Auf einem Blatt Papier zeichnet er die absurden Situationen, denen er in seinem Alltag begegnet. Er führt etwa zehn Beispiele an und kritisiert die mangelnde Koordination zwischen den verschiedenen Akteuren. «Wir sind an dem Thema seit 30 Jahren dran», seufzt er.

Eine der letzten Hoffnungen von Fratini ruht auf dem Gesetzentwurf über die Barrierefreiheit für alle, welcher über das geltende Gesetz von 2001 hinausgeht und unter anderem vorsieht, dass neue Gebäude barrierefrei sein müssen. Über diesen neuen Gesetzentwurf sollte noch vor Jahresende abgestimmt werden.

(YB/L'essentiel)

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