Virtual Reality – Nie mehr Kopfweh im Cyberspace

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Virtual RealityNie mehr Kopfweh im Cyberspace

Vielen Nutzern von 3-D-Brillen wird beim Tragen der neuartigen Geräte schlecht. Jetzt haben Forscher eine Lösung für das Problem vorgestellt.

Anfang nächsten Jahres kommen die ersten Virtual-Reality-Headsets auf den Markt. Schon jetzt gelten Cyberbrillen als die nächste große Revolution im Gaming-Bereich. Tatsächlich lassen einen die Geräte mit virtuellen (Spiele-)Welten verschmelzen wie nie zuvor.

Ein großes Manko haben die VR-Brillen allerdings: Nicht alle Spieler vertragen den Cyberspace. Sprich, sie reagieren mit Kopfweh oder Übelkeit auf den Trip in die virtuelle Realität. So kommt man schnell ins Schielen, wenn man auf Objekte fokussieren will, die im virtuellen Raum unterschiedlich weit entfernt sind. Das kann zu Kopfweh führen. Cyberbrillen gaukeln uns Dreidimensionalität nämlich anhand zweier leicht verschobener 2-D-Bilder (für jedes Auge eines) nur vor.

Unbeschwert im Cyberspace

Forscher der Stanford University haben jetzt eine Lösung für das Kopfweh-Problem gefunden, wie Arstechnica.com schreibt. Um auch im Cyberspace seinen Blick auf unterschiedlich weit entfernte Objekte zu richten, ohne dass einem dabei schlecht wird, muss man lediglich durch mehrere durchsichtige LCD-Displays gucken. Dadurch werde der räumliche Eindruck verstärkt und es sei möglich, sich auf Dinge zu fokussieren, ohne dabei schielen zu müssen.

Hinzu komme: Auch Dinge, an denen man vorbeischaue, würden auf herkömmlichen VR-Displays nicht mit der eigentlich nötigen «Netzhaut-Unschärfe» wie im echten Leben dargestellt.

«4-D»-Bilder als Lösung

Die Forscher haben bereits einen Prototypen entwickelt (siehe PDF): Etwa einen Zentimeter vor dem eigentlichen Bildschirm befindet sich ein zweiter, durchsichtiger LCD-Screen. Während das hintere Display entfernte Objekte darstellt, zeigt das vordere näher gelegene an. Auf diese Weise entstehe ein «4-D»-Bild, wie es die Forscher nennen.

«Das Resultat ist die nahezu korrekte Darstellung der Netzhautunschärfe und die Fähigkeit, mit den Augen auf jedes beliebige Objekt innerhalb der Szenerie zu fokussieren», schreiben die Wissenschaftler in ihrem Bericht. Somit könne der Zwang zum Schielen reduziert werden. Praktisch an der neuen Technologie sei auch, dass sie ganz ohne Eye-Tracking auskomme und das neue Headset auch nicht sperriger als andere sei.

Wann die neue Technologie aus Stanford Einzug in handelsüblichen Headsets halten wird, ist noch unbekannt.

(L'essentiel/Ill-FiL)

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