Wegen Omikron – Niederlande im Weihnachtslockdown

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Wegen OmikronNiederlande im Weihnachtslockdown

Ein schlimmeres Weihnachtsgeschenk kann man sich wohl kaum vorstellen: Wegen der Omikron führte die Regierung einen Weihnachtslockdown ein.

Leere Straßen in Amsterdam.

Leere Straßen in Amsterdam.

Peter Dejong / AP / picturedesk.com

Seit dem heutigen Sonntag gilt in den Niederlanden erneut ein harter Lockdown. Grund dafür ist die sich rasant verbreitende Omikron-Variante. Auf diese Entscheidung reagierten viele Bürger enttäuscht, große Proteste sowie Ausschreitungen, wie jene vor fast einem Monat, blieben aber aus.

Seit 5.00 Uhr sind fast alle Geschäfte, Restaurants, Schulen, Friseure sowie Kultur- und Sporteinrichtungen geschlossen. Nur Supermärkte und Apotheken dürfen offen haben. In den Niederlanden galt bisher ein sogenannter «Abend-Lockdown»: Die meisten Geschäfte, Restaurants sowie Kultur- und Sporteinrichtungen mussten um 17.00 Uhr schließen, jetzt sind sie rund um die Uhr zu.

Vor allem Unternehmer und Gastwirte müssen mit großen Einnahmeverlusten rechnen, deshalb fordern sie eine Kompensation für das Wegfallen des Weihnachtsgeschäfts. Gewerkschaften sprachen von einem «erneuten schweren Schlag» für Arbeitnehmer in der Gastronomie und im Einzelhandel. Auch die Schulen zeigen sich über die Folgen des Lockdowns für die Schüler besorgt.

Zwei Gäste pro Haushalt erlaubt

Die Ankündigung des Weihnachtslockdowns durch Premier Mark Rutte verfolgten etwa 6,9 Millionen Niederländer live im TV. Viele Bürger zeigten sich über die Entscheidung enttäuscht, schließlich sind große Feiern zu Weihnachten und Silvester nicht erlaubt, jeder Haushalt darf nur noch zwei Gäste empfangen. Am 24. sowie am 31. Dezember sind bis zu vier Besucher zulässig. Auch im Freien dürfen sich höchstens zwei Menschen treffen. 

Als Grund für den Lockdown nannte Rutte die extrem schnelle Verbreitung der Omikron-Variante. Gesundheitsbehörden berechneten, dass ohne drastische Eingriffe Anfang Februar bis zu 4000 Corona-Patienten auf den Intensivstationen liegen könnten. Aktuell sind es rund 600 und die Krankenhäuser sind schon an der Grenze der Belastbarkeit. 

(L'essentiel/nico)

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